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Hobby, Teilzeitberuf, Herzensangelegenheit

Stundenlang durch die Wälder ziehen, Lichtungen, Borde und Bäume absuchen: «Pilzlen» liegt im Trend – auch bei den Jungen. Gut, gibt es im Kanton Bern zahlreiche Pilzkontrollstellen.

Eierschwämme und Trompetenpfifferline: Barbara Zoller (rechts) begutachtet mit einer Sammlerin die Fundstücke der Pilzsuche.
Eierschwämme und Trompetenpfifferline: Barbara Zoller (rechts) begutachtet mit einer Sammlerin die Fundstücke der Pilzsuche.
Urs Baumann
Roter Hut mit weissen Punkten: Der Fliegenpilz ist hierzulande der wohl bekannteste Giftpilz. Wer ihn konsumiert, dem steht zwar nicht der Tod, aber doch  einige unangenehme Stunden bevor.Bauchweh, Durchfall und Erbrechen sind die typischen körperlichen Symptome. Aber auch die Psyche wird stark beeinträchtigt. Der Fliegenpilz versetzt den Konsumenten in eine Art Delirium, auch Panthe­rina-Syndrom genannt. Die Folge ist ein Zustand, der im ersten Stadium einem starken Alkoholrausch gleicht. Dann setzen Halluzinationen ein.In Teilen Sibiriens verwendete man Fliegenpilze sogar ganz gezielt als Droge. Um die unangenehmen körperlichen Symptome zu vermeiden, fütterte man die Fliegenpilze Rentieren oder Schamanen. Von denen trank man dann den Urin, wo die beiden bewusstseinsverändernden Wirkstoffe Muscimol und Ibotensäure nach wie vor wirksam waren.
Roter Hut mit weissen Punkten: Der Fliegenpilz ist hierzulande der wohl bekannteste Giftpilz. Wer ihn konsumiert, dem steht zwar nicht der Tod, aber doch einige unangenehme Stunden bevor.Bauchweh, Durchfall und Erbrechen sind die typischen körperlichen Symptome. Aber auch die Psyche wird stark beeinträchtigt. Der Fliegenpilz versetzt den Konsumenten in eine Art Delirium, auch Panthe­rina-Syndrom genannt. Die Folge ist ein Zustand, der im ersten Stadium einem starken Alkoholrausch gleicht. Dann setzen Halluzinationen ein.In Teilen Sibiriens verwendete man Fliegenpilze sogar ganz gezielt als Droge. Um die unangenehmen körperlichen Symptome zu vermeiden, fütterte man die Fliegenpilze Rentieren oder Schamanen. Von denen trank man dann den Urin, wo die beiden bewusstseinsverändernden Wirkstoffe Muscimol und Ibotensäure nach wie vor wirksam waren.
zvg
«Dieses Pilzgericht hat das Schicksal Europas verändert», schrieb der berühmte französische Philosoph Voltaire. Die Rede ist von Kaiser Karl VI. Sein Tod löste den Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Karl VI. starb an einer Pilzvergiftung. Heute geht man davon aus, dass sich in seine sautierten Champignons ein Grüner Knollenblätterpilz verirrt hat.Dieses Gewächs, aus der Gattung der Wulstlinge, ist wohl das Tödlichste, was aus dem Schoss der Erde spriesst. In der Schweiz gab es seit 1998 vier tödliche Pilzvergiftungen. Zwei davon gehen auf das Konto des Grünen Knollenblätterpilzes. Die tödlichen Wirkstoffe heissen Amatoxine.Sie schädigen Leber und Niere so stark, dass der Betroffene bereits zehn Tage nach dem Konsum stirbt. Dass von 31 Vergiftungen nur 2 tödlich endeten, liegt am Mittel Silibinin, welches die Wirkung des Giftes stark eindämmen kann.
«Dieses Pilzgericht hat das Schicksal Europas verändert», schrieb der berühmte französische Philosoph Voltaire. Die Rede ist von Kaiser Karl VI. Sein Tod löste den Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Karl VI. starb an einer Pilzvergiftung. Heute geht man davon aus, dass sich in seine sautierten Champignons ein Grüner Knollenblätterpilz verirrt hat.Dieses Gewächs, aus der Gattung der Wulstlinge, ist wohl das Tödlichste, was aus dem Schoss der Erde spriesst. In der Schweiz gab es seit 1998 vier tödliche Pilzvergiftungen. Zwei davon gehen auf das Konto des Grünen Knollenblätterpilzes. Die tödlichen Wirkstoffe heissen Amatoxine.Sie schädigen Leber und Niere so stark, dass der Betroffene bereits zehn Tage nach dem Konsum stirbt. Dass von 31 Vergiftungen nur 2 tödlich endeten, liegt am Mittel Silibinin, welches die Wirkung des Giftes stark eindämmen kann.
zvg
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Pilze werden mit allen Sinnen ­gesammelt. Und sie werden auch mit allen Sinnen analysiert. «Das hier ist ein Täubling», sagt Barbara Zoller und schaut den Pilz in ihrer Hand ganz genau an. Die Könizer Pilzkontrolleurin erklärt dem Sammler sein spezielles Fundstück. «Es gibt milde und scharfe Täublinge.

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