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Hochwasser: 100 Meldungen eingegangen

Wegen starken Niederschlägen in der Nacht auf Montag mussten Strassen gesperrt werden und fielen Züge aus. Bei der Kantonspolizei gingen 100 Meldungen aus dem Gürbe-, dem Aare- und dem Emmental ein.

In der Nacht auf Montag (11. August 2015) kam es im Gürbental zu Überschwemmungen.
In der Nacht auf Montag (11. August 2015) kam es im Gürbental zu Überschwemmungen.
Andreas Blatter
Hier im Bild die Belpbergstrasse zwischen Toffen und Kaufdorf.
Hier im Bild die Belpbergstrasse zwischen Toffen und Kaufdorf.
Andreas Blatter
Auch in Konolfingen herrscht Land unter. Ein Gewerbebetrieb wurde unter Wasser gesetzt.
Auch in Konolfingen herrscht Land unter. Ein Gewerbebetrieb wurde unter Wasser gesetzt.
Leserreporter
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In der Nacht auf Montag kam es zu heftigen Niederschlägen im Kanton Bern. Besonders stark getroffen wurden das Aare- und Gürbetal sowie das Gantrischgebiet. Infolge der Unwetter mussten dort mehrere Kantons- und Hauptstrassen gesperrt werden.

Zwischen Gerzensee und Belp aber auch von Rümligen nach Mühledorf sind die Kantonsstrassen wegen Hochwasser nicht befahrbar. Auch ist die Hauptstrasse von Riggisberg in Richtung Wattenwil sowie jene zwischen Schwarzenburg und Kirchenthurnen sind beiden Richtungen gesperrt. Auch die Strasse über den Gurnigelpass ist bei Sangernboden unterbrochen.

Strasse erst am Dienstag wieder befahrbar

Ueli Weber, Oberingenieur im Kreis II Mittelland des kantonalen Tiefbauamts, sagte am Montagnachmittag auf Anfrage, die Kantonsstrasse von Riggisberg nach Schwarzenburg werde voraussichtlich am Montagabend wiedereröffnet. Die anhaltenden Niederschläge erschwerten aber die Arbeiten.

Das kantonale Tiefbauamt hoffe auch, noch am Montagabend die Gurnigelpassstrasse wiedereröffnen zu können. Erst am Dienstag wird hingegen die Strasse von Kirchenthurnen nach Mühledorf wieder für den Verkehr freigegeben.

100 Schadensmeldungen

Nach den neuerlichen Gewittern über dem Kanton Bern hat die Kantonspolizei Bern bis Montag, 10 Uhr, 100 Meldungen zu Schäden oder Störungen registriert. Sie kamen fast alle aus dem Gürbetal, dem Aaretal und dem Emmental. Verletzt wurde laut der Mitteilung der Kantonspolizei jedoch niemand.

Primär sei Wasser in Liegenschaften eingebrochen, seien Strassen überspült worden und Bäche über die Ufer getreten, wie eine Sprecherin der Polizei sagt. Die lokalen Feuerwehren stünden im Einsatz, die Lage habe sich allerding wieder beruhigt.

Hochwasser in Toffen

In Toffen ist die Gürbe über die Ufer getreten und hat den Sportplatz an der Allmendstrasse überflutet. Von dort laufe das Wasser weiter ins Quartier, die Strassen verkommen zu Bächen. «Die Feuerwehr ist seit Mitternacht am Pumpen», berichtet Leserreporter Alfred Grogg. «Wir haben die Autos aus der Einstellhalle gefahren, danach wurde die Einfahrt mit Sandsäcken verbarrikadiert.» Zu Schäden sei es im Wohnquartier nicht gekommen, womöglich aber in der Industriezone.

Die Feuerwehr Toffen-Gelterfingen-Kaufdorf stand von Sonntagabend 23 Uhr an im Dauereinsatz, wie Kommandant Thomas Kirchhofer auf Anfrage sagte. Zuerst führten Bäche vom Längenberg her viel Wasser ins Dorf und kurz nach zwei Uhr morgens trat die Gürbe über die Ufer.

Video: Leserreporter

Auch der Wylerbach in Rüti bei Riggisberg trat über die Ufer, wie dieses Video einer Lesereporterin zeigt:

Video: Danielle Moser

SBB-Linie vorsorglich unterbrochen

Auch der Bahnverkehr war betroffen gewesen. Für rund eine Stunde unterbrach die SBB am Montagmorgen die Strecke Bern-Luzern bei Tägertschi, weil dort ein Bach über die Ufer getreten war. In solchen Fällen werde die Strecke jeweils vorsorglich gesperrt und erst nach einer Kontrolle des Bahndamms wieder freigegeben, sagte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage.

Betroffen waren nicht nur die RegioExpresszüge Bern-Luzern, sondern auch die Züge der S-Bahn-Linie 2. Nachdem Fachleute der SBB die Situation vor Ort begutachtet und kontrolliert hatten, konnte das Gleis gegen elf Uhr wieder freigeben werden.

60 Liter Regen am Gantrisch

Im Gantrischgebiet regnete es heftig: Nach Angaben des Amts für Wasser und Abfall auf der Internetseite des Kantons Bern fielen in der Nacht auf Montag bei der Messstelle Untere Gantrischhütte innert weniger Stunden 60 Liter Wasser pro Quadratmeter.

In Thun waren es laut dem Wetterdienst Meteonews 33 Liter, am Napf deren 42. Die Gewitter sorgten auch für starke Böen: Am Napf wurden Windspitzen von 109 Kilometer pro Stunde gemessen.

Die heftigen Regenfälle liessen Flüsse wie die Gürbe und die Emme stark anschwellen. Doch auch die Aare bei Bern führte am frühen Montagmorgen rund 350 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, nachdem sie am Sonntagabend noch etwa 220 transportiert hatte.

Wieder Kursschiffe zwischen Biel und Solothurn

Der Montag brachte aber nicht nur neue Schadenmeldungen: Die Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft (BSG) gab bekannt, dass die Schifffahrt auf der Aare zwischen Biel und Solothurn ab dem (morgigen) Dienstag wieder aufgenommen werden kann.

Der Bieler Regierungsstatthalter hat das Schifffahrtsverbot auf dem Nidau-Büren-Kanal aufgehoben. Seit dem Verbot vom 11. Juli wegen Hochwassers musste die BSG auf 160 Kurse verzichten.

Ausserdem meldete die Berufsfeuerwehr Bern, sie werde angesichts der besseren Wetterprognosen ab Dienstagmorgen die orangen Hochwasserschutzschläuche im Altenbergquartier abbauen. Im Mattequartier bleiben die Sperren aber vorsorglich noch vor Ort und Stelle.

Starker Regen und Windböen

«Nach anhaltender Föhnlage bewegte sich eine Kaltfront über die ganze Schweiz», sagt Adrina Müller von Meteonews. Ausgehend vom Jura durchstreifte sie die ganze Nordwestschweiz.

Dabei kam es lokal zu starken Schauern mit bis 40 Millimeter Niederschlag. Zu den Regenfällen gesellten sich auch teils kräftige Windböen, in Tierachern bei Thun wurden 51 Stundenkilometer registriert, so Müller.

Senden Sie uns Ihre Bilder vom Hochwasser an online@bernerzeitung.ch oder per MMS an 4488.

SDA/lub/mb

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