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Hoffentlich mehr als warme Luft

Ressortleiter Stefan Künzi zum Angebot der SBB, die Züge der BLS in ihren eigenen Anlagen zu unterhalten.

Im Chliforst Nord bei Bern soll auf der grünen Wiese die neue BLS-Werkstatt gebaut werden.
Im Chliforst Nord bei Bern soll auf der grünen Wiese die neue BLS-Werkstatt gebaut werden.
Google Streetview
Im Fokus: Mit ihrer Präsenz unterstrichen Bern Stadtpräsident Alexander Tschäppät, Regierungsrätin Barbara Egger, BLS-Präsident Rudolf Stämpfli sowie BLS-Direktor Bernard Guillelmon (von links), wie wichtig die neue Werkstätte ist.
Im Fokus: Mit ihrer Präsenz unterstrichen Bern Stadtpräsident Alexander Tschäppät, Regierungsrätin Barbara Egger, BLS-Präsident Rudolf Stämpfli sowie BLS-Direktor Bernard Guillelmon (von links), wie wichtig die neue Werkstätte ist.
Urs Baumann
Thun Nord hatte die BLS als möglichen Standort für eine neue Werkstätte auserkoren. Die Stadt Thun lehnte ab. (Archivbild, 2012)
Thun Nord hatte die BLS als möglichen Standort für eine neue Werkstätte auserkoren. Die Stadt Thun lehnte ab. (Archivbild, 2012)
Markus Hubacher
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Eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe wird überflüssig. Eine bäuer­liche Kulturlandschaft bleibt intakt. Das Angebot, mit dem die SBB die BLS zu einer engen Kooperation bringen wollen, tönt verlockend: Wenn die BLS die neue Werkstätte nicht bauen muss, profitiert der Kanton Bern als ihr Hauptaktionär genauso wie die westliche Region Bern, die als Standort für das umstrittene Projekt auserkoren ist.

Diese Vorteile wiegen so schwer, dass die SBB-Offerte ei­ne vertiefte Prüfung verdient. Wermutstropfen wie die Bedingung, dass die BLS auf die angestrebten Linien im Fernverkehr verzichten muss, dürfen dem ­genauso wenig entgegenstehen wie die Forderung der SBB an den Kanton Bern, bei einem Aktienverkauf bevorzugt behandelt zu werden.

Was macht es für einen Unterschied, ob man in einem allein von der BLS oder in einem von BLS und SBB gemeinsam verantworteten Zug sitzt? Muss ein Vorkaufsrecht auf Aktien wirklich ein Nachteil sein, wo doch der Kanton gar keinen Druck hat, sich von seinen BLS-Papieren zu trennen?

Wenn die SBB mit ihren Lockrufen ernst genommen werden wollen, müssen sie allerdings sehr schnell sehr viel konkreter zeigen, wie sie den Unterhalt der BLS-Fahrzeuge sicherstellen wollen. Zu rasch setzen sie sich sonst dem Verdacht aus, im Kampf um den Fernverkehr mit einem Angebot Druck zu machen, hinter dem nur warme Luft steckt. Der Zeitpunkt, zu dem sie damit an die Öffentlichkeit treten, ist nicht zufällig so gewählt: Die Verhandlungen, die in der Sache mit der BLS ­ohnehin am Laufen sind, befinden sich in der Endphase.

Mail: stephan.kuenzi@bernerzeitung.ch

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