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«Schläger von Schüpfen» Igor L. erhält Therapieplatz

Der schweizweit als «Schläger von Schüpfen» bekannte Igor L. wurde am Donnerstag doch noch in eine geeignete Klinik verlegt.

Igor L. wurde am Donnerstag in eine Therapieanstalt verlegt. Somit kommt der «Schläger von Schüpfen» nicht frei.
Igor L. wurde am Donnerstag in eine Therapieanstalt verlegt. Somit kommt der «Schläger von Schüpfen» nicht frei.
Karin Widmer

Seit über vier Jahren sitzt Igor L. im Gefängnis und wartet auf einen Therapieplatz. Dies, obschon der als «Schläger von Schüpfen» bekannt gewordene junge Mann nur zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt wurde. Zugunsten einer stationären Massnahme wurde diese jedoch aufgeschoben. Seither konnte aber kein geeigneter Therapieplatz gefunden werden.

Bis am Donnerstag. Wie das kantonale Amt für Freiheitsentzug und Betreuung mitteilte, wurde Igor L. nun doch noch in eine «geeignete Vollzugseinrichtung verlegt.» Diese Einrichtung – es dürfte sich um die Klinik Rheinau im Kanton Zürich handeln – erfülle sowohl die Anforderungen an die therapeutische Behandlung wie auch an die Sicherheit, steht in der Mitteilung. Ein Bundesgerichtsurteil von Ende Dezember 2015 hat den Druck auf die Strafbehörden massiv erhöht. Dieses befand damals, dass Igor L. Ende Februar freigelassen werden muss, wenn kein geeigneter Therapieplatz gefunden werde.

Im gleichen Urteil schrieben die Richter aber auch, dass der junge Mann nach wie vor «psychisch schwer gestört, behandlungsbedürftig und sozialgefährlich» sei. Trotzdem bezeichnete Strafrechtsexperte Benjamin Brägger den Entscheid des Bundesgerichts als richtig. Wenn für einen Täter kein Therapieplatz gefunden werden könne, dürfe er nicht einfach jahrelang weggesperrt werden.

Begonnen hat die Geschichte 2010. Damals randalierte Igor L. im Restaurant Löwen in Schüpfen und schlug dem Wirt mit einem Metall-Aschenbecher den Kopf blutig. Daraufhin wurde er zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Die Strafe sollte zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden. Nach kurzen Abstechern in die Regionalgefängnisse Bern und Thun kam er in die Anstalt Thorberg. Dort musste er mehrmals in die Sicherheitsabteilung versetzt werden. Von März 2015 bis am Donnerstag befand er sich in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg.

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