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Im ehemaligen Coop behandeln Ärzte nun Patienten

Am Dienstagabend feiert das Ärztezentrum seine Eröffnung. Im umgebauten Coop-Center bieten ab Montag acht Haus- und Spezialärzte Sprechstunden an. Auch Operationen werden dort an der Tagesordnung sein.

Modernes Empfangsdesk anstelle der früheren Kassenfront: Die Ärzte Philippe Leippert (l.) und Walter Bär haben aus dem ehemaligen Coop-Center ein medizinisches Zentrum gemacht.
Modernes Empfangsdesk anstelle der früheren Kassenfront: Die Ärzte Philippe Leippert (l.) und Walter Bär haben aus dem ehemaligen Coop-Center ein medizinisches Zentrum gemacht.
Urs Baumann

Das flache Gebäude an der Bernstrasse in Jegenstorf hat sich in den letzten Monaten vollständig gewandelt. Wo bis Mitte Oktober noch Kunden ihre täglichen Einkäufe erledigten, gehen künftig Patienten ein und aus. Praxisräume, OP und Labor statt Gestelle mit Getränken, Schokolade und Käse. Aus dem Coop-Center ist ein Ärztezentrum geworden. Ein Haus, in dem acht Mediziner Sprechstunden halten, Untersuchungen durchführen und teils auch operieren. Heute Abend wird das neue Zentrum mit geladenen Gästen eingeweiht, ab Montag sind die Ärzte für die Patienten tätig.

3,5 Millionen verbaut

Väter des Ärztezentrums sind Walter Bär und Philippe Leippert. Bär ist Chirurg und ehemaliger Chefarzt des Spitals Jegenstorf, Leippert ist Hausarzt im Dorf und hat seine Praxis eben ins neue Zentrum verlegt. Vor zwei Jahren begannen sie, ihre Idee umzusetzen, zusammen mit einem Team von weiteren Ärzten. Vor anderthalb Jahren kaufte die Gemeinde Jegenstorf das Coop-Gebäude und vermietet es nun der AG des Zentrums. Ende 2010 begann der Umbau, 3,5 Millionen Franken investierten die beteiligten Ärzte. Die Investitionen sind gut sichtbar: In Erdgeschoss und Untergeschoss reiht sich nun Raum an Raum. Nebst Wartezimmern, Untersuchungs- und Behandlungsräumen finden sich ein Labor, ein Operationssaal, ein Röntgenraum, ein Raum mit Medikamenten, Sitzungszimmer, ein Aufenthaltsraum. Viele dieser Räume können von allen Ärzten oder Praxisassistentinnen benützt werden.

Das medizinische Zentrum ist ein Novum in der Region – und knüpft ans ehemalige Spital Jegenstorf an, das im Jahr 2000 geschlossen wurde. Das Ärztezentrum sei trotzdem kein Minispital, betont Walter Bär. Denn dort können sich Patienten nur ambulant behandeln lassen. Es gibt keine Einrichtungen und kein Personal für medizinische Pflege und Betreuung wie in Spitälern.

Beim Kanton willkommen

Das Ärztezentrum ist aber mehr als eine Gemeinschaftspraxis. Denn nebst den zwei Arztpraxen für allgemeine innere Medizin sind mehrere Spezialisten beteiligt: zwei Chirurgen, ein Kinderarzt, eine Gynäkologin und ein Urologe (siehe Kasten). Nebst den acht Ärzten arbeiten Praxisassistentinnen, Sekretariatsangestellte und weiteres Personal im Zentrum, insgesamt 20 Personen. Gerade die Nähe von Allgemeinpraktikern und Spezialisten sei eine Chance, sagt Philippe Leippert. Denn so könne vor Ort rasch die Meinung eines Kollegen eingeholt werden. Der jetzige Bestand im Ärztezentrum ist ein Anfang. Leippert: «Wir wollen organisch wachsen.»

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion steht Zentren wie in Jegenstorf positiv gegenüber. «Es sind wichtige Bausteine der ärztlichen Versorgung», sagt Kantonsarzt Thomas Schochat auf Anfrage. «Wir freuen uns, dass Gemeinden und Ärzte solche Modelle entwickeln, denn diese haben Zukunft.»

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