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Im Feuer

Die Rekruten der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern üben diese Woche die Brandbekämpfung. Dabei kommen sie dem Feuer ganz nah und lernen, den Rauch zu lesen.

Angst vor geschlossenen Räumen?
Angst vor geschlossenen Räumen?
Andreas Blatter
Im Übungscontainer liegt die Temperatur bei mehreren 100 Grad Celsius.
Im Übungscontainer liegt die Temperatur bei mehreren 100 Grad Celsius.
Andreas Blatter
Die Feuerwehrrekruten werden instruiert.
Die Feuerwehrrekruten werden instruiert.
Andreas Blatter
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Es ist heiss, sehr heiss. Wenn die Flammen züngeln, steigen die Temperaturen im Container schnell einmal auf mehrere Hundert Grad Celsius. Dazu Rauch, der sich bewegt, als würde er atmen – mal schwarz, mal weiss, mal braun. Und mitten drin sind die Feuerwehrrekruten, die in dieser beklemmenden Atmosphäre kühlen Kopf bewahren müssen.

Im Regionalen Feuerwehr­ausbildungszentrum in Thun festigen die 24 Teilnehmer des Berufsfeuerwehrlehrgangs 2016– 2018 in diesen Tagen die ­Vorgehensweise bei der Brandbekämpfung in Räumen. Für Laien mag die Vorstellung, in einem Raum mit einem Feuer eingeschlossen zu sein, einem Horrorszenario gleichen. Doch die Rekruten scheinen dabei so glücklich wie Kinder im Süsswarenladen.

Als Juliana Steiner nach einer halben Stunde wieder aus dem Container kommt, strahlt sie übers ganze Gesicht. «Wenn du unten sitzt und siehst, wie sich der Rauch an dir vorbeibewegt, spürst wie die Hitze durch die Kleider dringt und der Wasserdampf drückt – das ist sehr eindrücklich.» Nach einer kurzen Pause löschen die Rekruten in Zweierteams das Feuer.

Zuerst die Türe öffnen, Wasser spritzen und nach zwei Sekunden die Türe wieder schliessen. Während des Löscheinsatzes gilt es immer in Bewegung zu bleiben und mit der Wärmebildkamera das Feuer nie aus den Augen zu verlieren.

Den Rauch lesen

Wenn es in einem geschlossenen Raum brennt, geht der Rauch zuerst an die Decke und senkt sich anschliessend langsam nach unten. Wenn der Rauch den gesamten Raum ausfüllt, erlischt das Feuer aufgrund des Sauerstoffmangels fast von selbst.

Doch wenn dann eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird, ist es durchaus möglich, dass in Sekundenbruchteilen explosionsartig alles wieder in Flammen steht, sagt Georges Freiburghaus, Leiter Aus- und Weiterbildung der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern.

Feuer in Räumlichkeiten treffen die Feuerwehrleute in ihrem Berufsalltag häufiger an als zum Beispiel einen Vollbrand eines Gebäudes. «Ein Zimmerbrand ist für uns genauso anspruchsvoll wie ein Vollbrand», weiss Freiburghaus.

Beim Vollbrand kann es durchaus sein, dass aus sicherheitsrelevanten Gründen ein Innenangriff nicht möglich ist. Bei einem Zimmerbrand hingegen stehen die Einsatzkräfte vor den Fragen: Was unternehme ich gegen die Rauchausbreitung? Wie halte ich einen Wasserschaden möglichst klein? Wie kann ich die Ausbreitung des Feuers verhindern? Oder generell: Wie verhindere ich Folgeschäden?

Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, dass die Feuerwehrleute die Grundlagen der Brandbekämpfung beherrschen. Hierzu gehört auch das Lesen des Rauchbildes, erklärt Freiburghaus. «Der Rauch verrät uns, wie sich der Brand verhalten wird.»

Schweisstreibende Arbeit

Auch im Training fordern Feuer und die grosse Hitze ihren Tribut. «Der Flüssigkeitsverlust an einem Tag Ausbildung am Feuer ist enorm», sagt Freiburghaus. Nach 30 Minuten im heissen Container sind die Rekruten komplett durchgeschwitzt. Der Tipp des Ausbildners: viel und regelmässig trinken. «Wer nicht regelmässig trinkt, geht das Risiko ein, eine Gefahr für sich und andere zu werden», so Freiburghaus.

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