In eigener Sache: Die BZ und die Frauen

Wie gross ist der Frauenanteil bei der «Berner Zeitung»? Wie viele Leserinnen haben wir? Wie oft berichten wir über Frauen? Anlässlich des Frauenstreiks haben wir nachgeforscht.

Journalistinnen der «Berner Zeitung» und des «Bund» vor dem Frauenstreik.

Journalistinnen der «Berner Zeitung» und des «Bund» vor dem Frauenstreik.

(Bild: Beat Mathys)

Auf der Redaktion der Berner Zeitung waren per Ende Mai 68 Personen (53,3 FTE, also Vollzeitangestellte) beschäftigt: 36 Männer (31,2 Vollzeitangestellte) und 32 Frauen (22,2 Vollzeitangestellte).

Der Chefredaktor und der stellvertretende Chefredaktor sind Männer. Fünf Ressorts der Berner Zeitung werden von Männern geleitet, drei von Frauen. Die Chefredaktion ist bemüht, in der Redaktion Frauen wie Männer gleichwertig zu fördern und zu fordern und Lohngleichheit anzustreben.

Zeitungen berichten allgemein deutlich mehr über Männer als über Frauen, auch diese. Dies zeigt eine Analyse aufgrund von Vornamen in rund 400'000 Artikeln, die zwischen Sommer 2015 und heute in Tamedia-Zeitungen publiziert wurden. In den Artikeln der BZ beträgt der Frauenanteil laut der Analyse rund 24 Prozent. Er liegt damit etwas höher als bei den anderen untersuchten Titeln.

51,8 Prozent der Leserinnen sind weiblich

Die Berner Zeitung hat mehr Leserinnen als Leser. Die WEMF AG für Werbemedienforschung weist für die BZ-Gesamtausgabe für das erste Quartal 2019 einen Leserinnenanteil von 51,8 Prozent aus (48,2 Prozent Leser).

Zum Vergleich: Der Frauenanteil in der Gesamtbevölkerung des Kantons Bern und damit dem Einzugsgebiet der Berner Zeitung beträgt 50,9 Prozent. In 198 der 346 Berner Gemeinden lebten per Ende 2017 mehr Frauen als Männer. Lyss ist die einzige grössere Berner Gemeinde (Einwohnerzahl über 10'000) mit einem leicht höheren Männeranteil.

So sieht es beim Kanton aus

Der Kanton Bern ist politisch männlich geprägt, er wird zurzeit von vier Männern und drei Frauen im Regierungsrat geführt. Im Grossen Rat mit seinen 160 Sitzen beträgt der Frauenanteil 35,63 Prozent (57 Politikerinnen, 103 Politiker).

Per Ende Mai gab es kantonsweit 286 Gemeindepräsidenten, aber nur 59 Gemeindepräsidentinnen. Dafür stehen 54 Gemeindeverwalterinnen 50 Gemeindeverwaltern gegenüber.

In den Finanzverwaltungen (140 Männer, 104 Frauen) und im Bauwesen (112 Männer, 24 Frauen) sind die Männer auf Gemeindeebene deutlich stärker vertreten. In den Parlamenten der Berner Gemeinden zeigt sich ebenfalls eine klare Männermehrheit: 1575 Gemeinderäte stehen hier laut Zahlen des Kantons 563 Gemeinderätinnen gegenüber.

Das gleiche Bild ergibt ein Blick auf Gemeinden mit einem Parlament: Eine weibliche Mehrheit gibt es hier einzig in der Stadt Bern (45 Frauen, 35 Männer). Nidau zählt in seinem Parlament gleich viele Frauen wie Männer (je 15). Alle 21 anderen Parlamente im Kanton Bern haben eine Männermehrheit.

wrs

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