In Orpund rocken Kinder am Festival die Kita

Neu und ungewöhnlich: Am Orpundart und am Royal Arena Festival können Eltern ihre Kinder in einer Kita betreuen lassen, während sie den Konzerten lauschen.

Louis ist Rap-Fan. Am Royal Arena Festival darf er in die Kita.

Louis ist Rap-Fan. Am Royal Arena Festival darf er in die Kita.

(Bild: zvg/Stefan Möckli)

Es ist so eine Sache mit Festivals und kleinen Kindern. Soll man sie, wenn man keinen Babysitter findet, einfach mitnehmen, mit Gehörschutz auf Papas Schultern setzen und hoffen, dass sie den Rummel mitmachen? Ist das womöglich unangenehm für Eltern und Kind? Soll man als Mutter und Vater deswegen auf den Festivalbesuch verzichten?Grosse, wichtige Fragen.

Die Organisatoren der Festivals Orpundart und Royal Arena, die am Wochenende in Orpund bei Biel stattfinden, haben eine einfache Antwort darauf: Ihre Festivals haben eine Kindertagesstätte. Fünf Fussminuten vom Gelände entfernt öffnet die Kita Stärneschloss ihre Türen am Orpundart-Donnerstag von 17 bis 23 Uhr und am Royal-Arena-Samstag von 13 bis 23 Uhr. Für 15 Franken pro Tag können Eltern ihr Kind dort von ausgebildetem Personal betreuen lassen, während sie den Konzerten von Pegasus, French Montana und Co. lauschen.

Und das Angebot findet Anklang. Stärneschloss-Chefin Nina Rotach hat bis gestern 34 Anfragen erhalten, zwölf Kinder sind bereits fix angemeldet. Für die Festivaltage haben Rotach und ihr Team ein spezielles Programm auf die Beine gestellt. Büchsenwerfen, Sackhüpfen, Glücksfischen und eine ­Musikecke sollen Festivalfeeling vermitteln. «Und zum Essen gibt es Hotdogs und Salat», sagt Rotach. «Festivalfood eben.»

Das Stärneschloss nimmt pro Festivaltag bis zu fünfzehn Kinder ab 1½ Jahren auf, vier bis fünf Betreuerinnen werden sich um sie kümmern. Für die Kita ist das nicht kostendeckend. Das mache aber nichts, findet Rotach. «Wir sind Teil von zwei coolen Festivals», sagt sie. «Das macht Spass und ist für unsere Kita gute Werbung.»

Für Nicolas Dähler vom Organisationsteam der beiden Festivals geht mit dem Kita-Angebot ein «Traum in Erfüllung», wie er sagt. Mehrere Jahre habe er, selbst Vater von zwei kleinen Kindern, diese Idee mit sich herumgetragen. Jetzt sei das Royal Arena Festival «wahrscheinlich das einzige Hip-Hop-Open-Air der Welt», das eine eigene Kita habe, sagt er.

In der Tat sind Kitas an Musikfestivals eine Rarität. Das Paléo Festival in Nyon bietet als eines von ganz wenigen grossen Festivals im Land einen Kinderhütedienst am Rande des Geländes an. Für das Gurtenfestival, die bedeutendste Veranstaltung dieser Art im Raum Bern, war organisierte Kinderbetreuung nie ein Thema, wie Sprecher Simon Haldemann sagt. «Die Idee ist gut. Wir hatten aber nie entsprechende Anfragen und haben uns deshalb auch nie mit dem Thema ­befasst.»

Berner Zeitung

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