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Ittigen feiert seinen Superstar

Am Mittwoch gewann er auf seinem Rad in Peking Gold. 72 Stunden später, am Samstagvormittag, fuhr Fabian Cancellara in einer Kutsche in Ittigen ein. Gegen 1000 Fans erwiesen ihm einen lauten Empfang in seiner Heimat.

Und dann stand er auf, schaute in die Menge, ein erleichtertes, erstauntes Lächeln, der Blick hinunter zu den zwei Medaillen, die um seinen Hals baumelten, der Griff zu Gold und Bronze, die Siegesfaust. Sogleich stimmte die versammelte Fangemeinschaft ein, Jubelrufe, tosender Applaus, «Fäbu, Fäbu»-Rufe überall – «Fäbu» war zurück, Fabian Cancellara, der am letzten Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt Olympiagold im Zeitfahren gewonnen hatte, war wieder in Ittigen, seiner Heimat. Pünktlich, kurz nach 11 Uhr am Samstagvormittag, war die Kutsche samt dem Goldjungen und seiner Frau Stefanie und Tochter Giuliana vor das Haus des Sports vorgefahren, wo Hunderte Fans und Dutzende Kameras auf ihn gewartet hatten. Die Fotografen stürzten sich auf den sitzenden Cancellara wie hungrige Wölfe, sodass der Blick auf ihn vorerst versperrt blieb und die Menschenmenge ungeduldig abwartend und verhalten. Und dann stand er auf.

«Da, wo ich hingehöre»

Für die Gemeinde Ittigen war nach dem Gewinn der Goldmedaille klar, dass «ihrem» Helden ein warmer Empfang bereitet würde. Swiss Olympic hat diesen mitorganisiert und die Lokalität zur Verfügung gestellt, finanziert wurde der Anlass jedoch von der Gemeinde. Der?Aufwand hat sich gelohnt; das Interesse am Olympiasieger war enorm. Die temporäre Festhütte war jedenfalls annähernd voll. Hans Babst vom Haus des Sports sprach von «gegen 1000 Fans», die Fabian Cancellara zurück in der Schweiz begrüssten. Darunter natürlich seine Familie, seine Eltern und Geschwister sowie viele Freunde.

«Fäbu, schön, bisch dehei», hiess ihn ein Banner willkommen, und Cancellara stimmte dem zu: «Es ist schön, wieder in Bern zu sein, da, wo ich mich wohl fühle, da, wo ich hingehöre», sagte er, nachdem er im Haus des Sports die Bühne betreten hatte. Der Weg dorthin war ein weiter gewesen. Peking–Hongkong–Zürich–Ittigen – Moderator Georges Lüchinger wollte vom 27-Jährigen wissen, wie lange er denn schon unterwegs sei. Der glückliche, aber sichtlich müde Cancellara meinte bloss: «Schon lange.»

Allzu schlimm konnte die Reise aber nicht gewesen sein. Noch in der Luft hatte Cancellara Bekanntschaft mit den Privilegien eines Olympiasiegers gemacht: «Die Swiss hat mir ein Upgrade gegönnt», verriet er schmunzelnd. Frühmorgens um 6.10 Uhr war Cancellara nach komfortablem Flug in Kloten gelandet. Der ganz grosse Empfang wurde es nicht am Flughafen, dafür war es noch zu früh.

Bundesrat nicht dabei

Anders in Ittigen, einige Stunden später. Cancellara wurde mit Lobeshymnen überschüttet. Beat Giauque, Gemeindepräsident von Ittigen, dankte ihm, dass er sich überhaupt die Zeit für diesen Zwischenstopp genommen hat. Er gratulierte ihm für seine Leistung und lobte die Botschafterrolle, die er für die Gemeinde wahrnehme. «Nicht jeder Sportler hat das Glück, Olympiasieger zu werden», so Giauque, «und nicht jede Gemeinde hat das Glück, einen Olympiasieger zu haben.» Der Höhepunkt der Stimmung war erreicht, als der Gemeindepräsident bemerkte, dass sich Cancellara damit den Titel «Schweizer Sportler des Jahres» verdient hätte. Weil Fabian Cancellara früher einmal in Wohlen gewohnt hat, durfte auch dessen Gemeindepräsident, Christian?Müller, am Mikrofon zur Laudatio ausholen. Glückwünsche überbrachte zudem der Präsident von Swiss Cycling, Melchior Ehrler. Dagegen fehlte Bundesrat Schmid, aus terminlichen Gründen.

Cancellara sagte nicht viel. Er sei «sprachlos» gewesen, als er in Ittigen ankam. In einer kurzen Rede dankte er seiner Familie und der ganzen Entourage, ohne die sein Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Dann schaute er nach oben, wo sich die Leute auf fünf Etagen versammelt hatten.

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