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Kampf gegen Sprayer soll ausgeweitet werden

Bern

Der Verein Casablanca hat 2018 rund vierzig Prozent mehr Sprayereien entfernen lassen als im Vorjahr. FDP-Stadträte fordern nun eine Ausweitung des Wirkungsgebiets von Casablanca auf weitere Stadtteile.

Die von Casablanca beauftragten Reinigungskräfte hatten in den letzten Jahren immer mehr zu tun.

Die von Casablanca beauftragten Reinigungskräfte hatten in den letzten Jahren immer mehr zu tun.

(Bild: Adrian Moser)

Benjamin Bitoun

Haben Schmierereien in Bern effektiv oder nur gefühlt zugenommen? Stadträte der FDP und der CVP wollten es genau wissen. In einem Vorstoss forderten sie Ende März den Gemeinderat zu einer Stellungnahme auf.

Die gelieferten Zahlen haben es in sich: Insgesamt 998 Sprayereien hat der von der Stadt mitgegründete Verein Casablanca 2018 entfernen lassen, das sind 282 mehr als im Vorjahr. Kostenpunkt: rund 743'000 Franken.

Insgesamt richteten Sprayer in den vergangenen Jahren auf Berner Boden Millionenschäden an. So wurden allein in den letzten fünf Jahren der Berner Kantonspolizei Schäden in der Höhe von knapp 11,6 Millionen Franken gemeldet.

Dazu kommt, dass gemäss Gemeinderat nur bei 75 Prozent aller angezeigten Fälle der Betrag des Sachschadens angegeben wurde. Berücksichtigt man die Dunkelziffer, dürfte der tatsächliche Schaden demnach noch grösser sein.

«Wir begrüssen die Einsicht, dass nicht rasch entfernte Sprayereien wie ein Magnet wirken für weitere Schmierereien und Sachbeschädigungen», kommentierte Oliver Berger (FDP) gestern im Stadtrat die Antwort des Gemeinderats.

Die Casablanca-Fälle geben zudem nur einen Teil des Sprayer-Problems in der Stadt wieder. Denn zum einen sind längst nicht alle privaten Hauseigentümer Mitglieder des Vereins (siehe Box). Zum anderen fallen versprayte Infrastrukturbauten wie Brücken und Unterführungen nicht in den Aufgabenbereich von Casablanca.

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