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Kanadische Expertin beobachtet die Bären

Am Mittwochmorgen zogen Wärter die Schieber zwischen kleinerem und grösserem Abteil und ermöglichten damit die grosse Familienzusammenführung von Finn, Björk und Jungtieren. Das Familientreffen verlief bisher gut.

Ende August 2012 war es so weit: Der Schieber zwischen den beiden Gehegen wurde geöffnet.
Ende August 2012 war es so weit: Der Schieber zwischen den beiden Gehegen wurde geöffnet.
Urs Baumann
Björk und Ursina: Mutter und Tochter sind wieder vereint.
Björk und Ursina: Mutter und Tochter sind wieder vereint.
Urs Baumann
...quer durch den Bärenpark.
...quer durch den Bärenpark.
zvg/Tierpark Dählhölzli
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Nachdem Jungtier Ursina sich als erste ins grössere Abteil gewagt hatte, rasten der 300-Kilogramm-Brocken Finn und die immerhin auch 170 Kilo schwere Björk auf die beiden kleineren Bärinnen zu und jagten sie. Nach einiger Zeit änderte aber Vater Finn seine Rolle und wurde zum Beschützer Ursinas.

Finn stellte sich laut einer Mitteilung des Bärenparks zwischen die immerhin auch 140 Kilogramm schwere Tochter und deren Mutter Björk und signalisierte damit Ursinas neue Zugehörigkeit zur Gruppe. Anschliessend «deckte» er Björk und zeigte damit, dass sie für ihn unbestritten ist.

Björks Verhalten lasse sich als Gefühl der Belästigung durch Eindringlinge interpretieren, sagte der Berner Bären- und Tierparkdirektor Bernd Schildger auf Anfrage. Er zog am Mittwoch gegen Abend eine positive Zwischenbilanz der Familienzusammenführung.

Die Bären hätten sich so verhalten wie erwartet. Es sei aber noch offen, ob der Versuch, vier Bären zusammenzuführen, auch langfristig ein Erfolg werde. «Bären bleiben unberechenbar und entscheiden selbst», schreibt die Bärenpark-Leitung in der Medienmitteilung.

Kanadische Expertin beigezogen

Finn und Björk zogen im Herbst 2009 im neuen Berner Bärenpark ein. Im Dezember 2009 kamen die beiden Jungtiere Berna und Ursina zur Welt, worauf Finn von ihnen und Mutter Björk getrennt wurde. Für die beiden Jungtiere hätte sonst Lebensgefahr bestanden.

Ursprünglich wollten die Verantwortlichen die Familie trennen. Berna und Ursina sollten in eine rumänische Auffangstation gebracht werden. Nicht nur Finn sei das Problem. Auch Bärenmütter verstiessen ihre Jungtiere mit der Zeit, hiess es jeweils.

Wegen Problemen mit der rumänischen Stiftung liessen die Berner Behörden aber im Sommer 2011 eine kanadische Bärenexpertin einfliegen. Diese studierte die Situation und kam zum Schluss, eine Familienzusammenführung sei möglich. Mutter Björk kümmere sich nach wie vor liebevoll um die Jungtiere und Vater Finn wirke nicht aggressiv, wenn er sich am Trennzaun den Jungen nähere.

Im Juni dieses Jahres klappte Familienzusammenführung Teil I: Finn und Björk wurden vereint, aber von Berna und Ursina getrennt. Die beiden Elterntiere - Finn unterdessen sterilisiert - verstanden sich von Anfang an so gut wie eh und je. Umfangreiche Sicherheitsmassnahmen

Am Mittwoch stand dann also Teil II der Familienzusammenführung auf dem Programm. Wegen der damit verbundenen Risiken ergriff die Leitung umfangreiche Sicherheitsmassnahmen. 25 Personen standen im Einsatz, weitere 25 waren auf Pikett. Sie waren bereit, bei ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen den Bären mit Kartoffeln, Knallpetarden, Gummischrot oder gar scharfer Munition einzugreifen.

Kleinere Keilereien der Bären hätten die Aufsicht habenden Menschen toleriert, sagte Schildger. Insofern seien die Gesetze der Natur zu respektieren. Eingeschritten wären die Menschen, wenn schwere Verletzungen gedroht hätten oder rings um den Bärenpark Menschen in Gefahr gekommen wären. Der Träger des Gewehrs mit scharfer Munition war ein Wildhüter.

Gegen Abend waren dann die Tiere ziemlich schlapp. Denn die Tiere rannten viel herum. Zudem paarte sich Finn ausser mit Björk auch mit Ursina, nicht aber mit Berna. Ganz offensichtlich sei der Mittwoch auch für die Bären ein besonderer Tag gewesen, sagt Schildger.

SDA/tan

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