Kein Geld für ein Wunschkonzert

Bern

Stefan Schnyder, Leiter Ressort Stadt Bern, zu den Steuererträgen und den Stellenausbauplänen der Stadt Bern.

<b>Finanzdirektor Michael Aebersold</b> hat die Lehren aus dem Vorjahr gezogen.

Finanzdirektor Michael Aebersold hat die Lehren aus dem Vorjahr gezogen.

(Bild: Beat Mathys)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Zahlen sind enttäuschend: Während beim Bund die Steuereinnahmen in die Höhe schnellen, lagen die Steuererträge in der Stadt Bern im Jahr 2018 mit 517 Millionen Franken um 8,6 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Zwar ist der erzielte Überschuss von 12,1 Millionen Franken besser als budgetiert. Aber in einer Zeit, in welcher der Wirtschaftsmotor brummt, ist dieser Wert nicht gerade berauschend.

Die Stadtregierung hat immerhin die Zeichen der Zeit erkannt und will statt 56 zusätzliche Stellen, wie im Vorjahr für 2019 angekündigt, im Jahr 2020 rund 21 neue Stellen finanzieren. Das ist immer noch ein grosszügiger Ausbau.

Im nächsten Jahrzehnt kommen auf die Stadt Bern hohe Investitionen zu. Der Gemeinderat will viele Schulhäuser und Badeanstalten renovieren und erweitern, was schnell mal 50 Millionen Franken pro Schulhaus kostet. Und die neue Schwimmhalle wird mindestens 80 Millionen verschlingen. 130 Millionen will der Gemeinderat jährlich investieren.

Es ist richtig, dass die Stadtregierung diese Investitionen tätigen will. Aber die Schulden von 980 Millionen Franken dürfen deswegen nicht ungebremst wachsen. Die Stadtregierung hat dies nun eingesehen und sich zum Ziel gesetzt, dass die Schulden jährlich um maximal 30 Millionen Franken steigen. Bislang erachtete sie eine Neuverschuldung von 50 Millionen als tragbar. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Doch eine moderate Neuverschuldung lässt sich nur erreichen, wenn die Stadt mit Mass Stellen schafft und davon absieht, in den vielen Bereichen neue, wiederkehrende Aus­gaben zu beschliessen.

Berner Zeitung

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