Deutliches Ja zum Tram Bern-Ostermundigen

Bern

Auch im zweiten Anlauf sagt die Stadt Bern Ja zum Projekt Tram Bern– Ostermundigen. Nun sind die Blicke auf die kantonale Abstimmung am 4. März 2018 ­gerichtet.

Feiertag: Ursula Wyss freut sich über das deutliche Ja zum Tramprojekt.

Feiertag: Ursula Wyss freut sich über das deutliche Ja zum Tramprojekt.

(Bild: Manuel Zingg)

Markus Ehinger@ehiBE

Punkt 14.30 Uhr gab die Stadt Bern am Sonntag auf Twitter bekannt, dass der Ausführungskredit für das Tram Bern–Ostermundigen in der Höhe von 24,9 Millionen Franken mit 62,18 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde. Zwei Minuten später twitterte die Stadtberner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP): «Bern sagt einmal mehr Ja zum Tram.»

Am Sonntagnachmittag strahlte Wyss: «Ich freue mich sehr über das Resultat.» Dass die Bernerinnen und Berner zum gleichen Thema – die erste Abstimmung fand 2014 statt – nochmals so deutlich ja sagen würden, sei für sie nicht selbstverständlich gewesen. Sie freue sich insbesondere, dass sämtliche Stadtteile die Vorlage angenommen hätten, auch das direkt betroffene Breitenrainquartier, wo die Gegner sehr aktiv gewesen seien

Appell an die Solidarität

Im Hinblick auf die bevorstehende kantonale Tramabstimmung vom 4. März 2018 schrieb Ursula Wyss auf Twitter, dass nun Solidarität mit den Standorten Ostermundigen und Bern gefragt sei. Diesen Tweet bekräftigte Wyss an der Medienkonferenz: «Das deutliche Ja der beiden Standortgemeinden Bern und Ostermundigen ist ein wichtiges Zeichen.»

Sie hoffe, dass die Kantonsbevölkerung das Signal der Direktbetroffenen ernst nehme und gleichzeitig berücksichtige, dass die Region der Wirtschaftsmotor des Kantons Bern sei. «Diesen sollte man nicht ohne Not schwächen», so Wyss. Sie sei zuversichtlich, dass die Solidarität zwischen den Regionen auch diesmal spiele, wie etwa zuletzt bei der Abstimmung zur Umfahrung Aarwangen. Wyss sieht deshalb der kommenden Abstimmung gelassen entgegen.

Der Blick auf den Kanton kommt nicht von ungefähr. Die Projektierung wird erst nach einem Ja bei der kantonalen Abstimmung aufgenommen. Der Baustart ist frühestens 2022 geplant. Rückendeckung bekommt Ursula Wyss schon jetzt von Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (SP), die sich ebenfalls via Twitter ans Berner Stimmvolk wandte. «Danke, Stadt Bern! Und am 4. März nun der Kanton!», schrieb die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin.

Enttäuschte Gegner

Enttäuscht vom Resultat ist die Freie Arbeitsgruppe Städtebau und öffentlicher Verkehr. «Dass die Stadt Bern das Tram für die Ostermundiger noch etwas deutlicher gutgeheissen hat als 2014, war aufgrund der Stimmung nicht anzunehmen», heisst es in einer Mitteilung. Für SVP-Fraktionschef Alexander Feuz ist eine Schlacht verloren, der Kampf gehe aber weiter.

Feuz spricht von einem Achtungserfolg, zumal die Gegnerschaft gross gewesen sei und die Stimmbeteiligung nur gerade bei 33 Prozent lag. Laut Stadtrat Luzius Theiler von der Partei Grünalternative sei die kantonale Abstimmung relevanter. «Den grössten Teil des Projekts müsste schliesslich der Kanton bezahlen.»

Ja zu Schulerweiterung und Budget

Zwei weitere Vorlagen wurden in der Stadt Bern ebenfalls gutgeheissen. Mit 23'641 Ja- zu 3564 Nein-Stimmen sagten die Stimmberechtigten Ja zur Erweiterung der Volksschule Burgfeld. Dafür sind 10 Millionen Franken nötig.

Das Budget 2018 wurde mit 19'059 Ja- zu 7617 Nein-Stimmen gutgeheissen. Der Voranschlag weist ein kleines Defizit von 1,1 Millionen Franken aus.

Berner Zeitung

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