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Klatsche für den Gemeinderat

Die Gemeindeversammlung stimmte für die Schulsozialarbeit – gegen den Willen des Gemeinderats. Begleitet war der Entscheid von einer Rücktrittsforderung.

Gemeindepräsident Peter Stucki bezog eine Schlappe – nach dem Ja zur Schulsozialarbeit bleibt er dennoch gelassen.
Gemeindepräsident Peter Stucki bezog eine Schlappe – nach dem Ja zur Schulsozialarbeit bleibt er dennoch gelassen.
Urs Baumann

Gemeindeversammlung Walkringen. Traktandiert war die Initiative zur Schulsozialarbeit. Mehrmals hatte sich der Gemeinderat in der Vergangenheit gegen sie entschieden. Ein Bürgerkomitee lancierte schliesslich eine Initiative, damit die Gemeindeversammlung über die Einführung der Schulsozialarbeit entscheiden kann.

Am Montag war es so weit: Gemeindepräsident Peter Stucki (parteilos) erläuterte die Argumente dagegen. Kurz: Sie koste viel und sei unnötig. Dem widersprach Heinrich Kienholz, Sprecher des Bürgerkomitees.Zwar mobilisierte das Thema – über 150 Walkringer sassen in der Turnhalle. Diskussionen blieben jedoch aus. Eine der wenigen Voten stammte von Christoph Fankhauser, der im März als Gemeinderat zurückgetreten war. «Der Gemeinderat wird keine Schulsozialarbeit einführen, die in eurem Sinne ist», warnte er. Dennoch entschieden sich die Anwesenden mit 118 zu 27 Stimmen für die Schulsozialarbeit.

Fankhauser meldete sich erneut: Schon wieder sei gegen den Gemeinderat gestimmt worden. «Es wird Zeit für einen neuen Gemeindepräsidenten.» Reaktionen blieben aus. Stucki schloss die Gemeindeversammlung.

Hickhack und keine Lust

Walkringen hat turbulente Zeiten hinter sich: Sowohl auf der Verwaltung wie auch im Gemeinderat gab es zahlreiche Abgänge. Der Grund: ein Mangel an Wertschätzung und Führungskultur. Vor allem die SP äusserte Kritik. Mit SVP-Mitglied Christoph Fankhauser kommt der Angriff nun von bürgerlicher Seite. Doch dieser winkt ab: «Mit Parteipolitik hat das nichts zu tun.» Der Gemeinderat habe nun schon einige Abstimmungen verloren. Gelte es die Entscheide anschliessend umzusetzen, folge meist ein Hickhack. Fankhauser bezweifelt deshalb, dass die Einführung einer Schulsozialarbeit sinnvoll umgesetzt wird. «So haben viele keine Lust mehr, sich am politischen Leben zu beteiligen.»

Weiter sagt Fankhauser, dass dem Gemeinderat eine klare Richtung fehle. Walkringen werde so immer weiter abgehängt. «Wir müssen uns in der Region besser einbringen – zum Beispiel im Rahmen der Regionalkonferenz.» Mache die Gemeinde nicht vorwärts, sei Walkringen in zehn Jahren entweder fusioniert oder stehe vor grossen Problemen.

Stucki selbst sah die Forderung nach seinem Rücktritt gelassen: «Mit solchen Angriffen muss man leben.» Fankhauser disqualifiziere sich mit der Forderung selbst. Schliesslich habe sich dieser mit seinem Rücktritt aus der Verantwortung gezogen. Und sowieso habe Fankhausers Partei, die SVP, im Dorf eine Mehrheit und könne vieles bestimmen. Und: Er denke nicht, dass eine Mehrheit in Walkringen die Meinung Fankhausers teilt.

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