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Kommentar: Berner wollen das Experiment wagen

Es ist keine Überraschung, dass in einer rot-grünen Stadt die rot-grüne Initiative zur Stärkung des gemeinnützigen Wohnbaus Unterstützung bekommt. Mirjam Messerli, BZ-Ressortleiterin Stadt Bern, zur Wohn-Initiative.

In der Stadt Bern müssen künftig mehr Wohnungen gebaut werden, die längerfristig günstig auf dem Markt bleiben. Es ist keine Überraschung, dass in einer rot-grünen Stadt die rot-grüne Initiative zur Stärkung des gemeinnützigen Wohnbaus Unterstützung bekommt.

Erstaunlich ist hingegen die Deutlichkeit des Resultats. Dass über 70 Prozent der Stimmberechtigten Ja zur Wohninitiative sagen, zeigt eines: Eine grosse Mehrheit der Stadtbewohner fürchtet, dass sich ohne Gegenmassnahmen die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter zuspitzt. Da können Vergleiche mit anderen Städten noch lange aufzeigen, dass hier die Lage entspannter ist. Wer in Bern eine grosse und bezahlbare Wohnung sucht, bekommt den angespannten Markt zu spüren.

Die Frage bleibt, ob dieser dringend nötige Wohnraum mit zusätzlichen Auflagen erzwungen werden kann. Die Bernerinnen und Berner glauben daran. Sie wollen das Experiment wagen und gehen davon aus, dass Investoren weiterhin in der Stadt bauen werden.

Wichtig ist nun, dass die Initianten und Befürworter der neuen Regeln im Siegestaumel den Bogen nicht überspannen. Die rot-grüne Bastion im Stadtrat muss sich bewusst sein, dass das klare Ja des Stimmvolks eine grosse Verantwortung mit sich bringt. Die Wohninitiative muss mit Augenmass umgesetzt werden – also nur dort, wo die Auflagen wirklich Sinn machen.

mirjam.messerli@bernerzeitung.ch

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