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Elf Polizisten bei Krawallen vor der Reitschule verletzt

In der Nacht auf Sonntag kam es vor der Berner Reitschule erneut zu Ausschreitungen. Vermummte haben Strassenbarrikaden errichtet und diese angezündet. Es wurde Gummischrot eingesetzt. Elf Polizisten wurden verletzt.

Anfang März 2016 kam es im Umfeld der Reitschule zu einer regelrechten Strassenschlacht. Elf Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen erlitt einen lebenslangen Gehörschaden.
Anfang März 2016 kam es im Umfeld der Reitschule zu einer regelrechten Strassenschlacht. Elf Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen erlitt einen lebenslangen Gehörschaden.
Keystone
Nachdem Vermummte in der Nacht auf Sonntag eine Strassenbarrikade errichtet und angezündet hatten...
Nachdem Vermummte in der Nacht auf Sonntag eine Strassenbarrikade errichtet und angezündet hatten...
Keystone
Die Polizei spricht von geplanten Attacken.
Die Polizei spricht von geplanten Attacken.
zvg Indymedia
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Bereits in der Nacht auf Samstag war es auf der Schützenmatte zu Scharmützeln zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Polizei hatte Gummischrot eingesetzt.

In der Nacht auf Sonntag kam es rund um die Berner Reitschule erneut zur Eskalation. Kurz nach Mitternacht errichteten Vermummte Strassenbarrikaden und zündeten diese an. Die Schützenmattstrasse war durch die brennenden Barrikaden blockiert. Die Polizei rückte daraufhin aus. Gemäss Medienmitteilung der Kantonspolizei Bern wurden Polizisten «umgehend massiv mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen».

Die Polizei setzte als Reaktion auf die Angriffe «gezielt Gummischrot und Reizstoff» ein, wie es im Communiqué weiter heisst. Dies sei sowohl zum Eigenschutz als auch um die Randalierer zurückzuhalten nötig gewesen.

Darauf reagierten Unbekannte wiederum, indem sie gemäss Kapo Bern gezielt Feuerwerksbatterien in Richtung der Einsatzkräfte abfeuerten. Dadurch wurde eine rasche Freigabe der Strasse verunmöglicht.

Polizei vom Dach aus mit Steinen beworfen

Bei den Vorfällen wurden nicht nur Polizisten, sondern auch die Einsatzkräfte der beigezogenen Berufsfeuerwehr Bern «in grossem Ausmass» mit Steinen beworfen. Dies unter anderem von Personen, die sich auf dem Dach der Reitschule positioniert hatten.

Die Feuerwehr konnte die Brände schliesslich unter polizeilichem Schutz löschen und zog sich daraufhin zurück. Die Polizei hielt derweil weiter die Stellung, um danach den Angestellten des Strasseninspektorats der Stadt Bern den Weg für die Säuberung freizuhalten. Als diese ihre Arbeit schliesslich abgeschlossen hatten und die Situation ruhiger wurde, zogen sich die Polizisten zurück.

Bei den Angriffen wurden gemäss aktuellen Erkenntnissen elf Polizisten verletzt. Dies vorwiegend durch Steinwürfe und gezündete Feuerwerkskörper. Die Kantonspolizei Bern hat unter anderem Ermittlungen wegen Gefährdung des Lebens, Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung aufgenommen. Bei den Ereignissen wurden mehrere Fahrzeuge beschädigt.

Polizeiverband fordert härtere Gangart

Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) tat am Sonntagnachmittag in einer Medienmitteilung seinen Unmut kund. «Falls irgendein Politiker jetzt noch denkt, der VSPB würde übertreiben, dann sollen sie doch beim nächsten Vorfall die erste Patrouille bilden und die Gewaltbereitschaft am eigenen Leib erfahren», lässt sich VSPB-Generalsekretär Max Hofmann im Communiqué zitieren.

Er appelliert an die zuständigen Politiker: «Wacht endlich auf! Wir Polizistinnen und Polizisten haben genug von diesem rechtsfreien Raum, der toleriert und zudem mit öffentlichen Geldern der Steuerzahler finanziell unterstützt wird.» Hofmann bezeichnet die Angriffe auf die Polizisten als «vorsätzliche Tötungsversuche» und fordert eine härtere Gangart: «Wenn die Politikerinnen und Politiker das nicht selber einsehen, dann muss der Druck aus der Bevölkerung kommen.»

Reitschule nimmt Stellung

Ebenfalls am Sonntagnachmittag hat die Mediengruppe der Reitschule auf Facebook Stellung zu den Vorfällen genommen. In der Stellungnahme wird betont, dass es aus Sicht der Reitschüler seit vergangenem Sommer zu «keinen Vorfällen gekommen sei, die nicht auch an einem anderen Veranstaltungsort mit mehreren Hundert oder Tausend Anwesenden passiert sind oder hätten passieren können».

Auffällig sei, dass eine polizeiliche Aktion just ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Sicherheitsberichts des Kantons Bern gestartet worden sei.

Die Mediengruppe stellt in Frage, inwiefern eine erhöhte Polizeipräsenz auf der Schützenmatte sinnvoll sei: «Wir fragen uns: Möchten eine grössere Anzahl Mitglieder des Polizeikorps auf dem Vorplatz und der Schützenmatte positioniert eher präventive Sicherheit oder Provokation vermitteln?»

Zu den Angriffen durch Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper steht im Post: «Wir halten nichts davon, Feuerwehrleute anzugreifen. Wir mögen die Feuerwehr, wenn sie hilft, Brände zu löschen und waren auch schon auf ihre Hilfe angewiesen.» Die Mediengruppe distanziert sich aber nicht explizit von der Gewalt gegen die Blaulichtorganisationen – insbesondere wird zur Gewalt gegen Polizisten nichts erwähnt.

Ganz grundsätzlich appelliere die Reitschule immer wieder an die Vernunft aller Akteure und fordere den Respekt gegenüber der körperlichen und physischen Integrität unserer Mitmenschen, ist im Text abschliessend zu lesen.

Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen: 031 634'41'11.

pd/chh

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