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Landschaftsschutz findet BLS-Werkstattpläne «irritierend»

«Irritierend und unverständlich», so lautet die Reaktion der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz auf die geplante BLS-Werkstätte im Berner Westen. Damit würden alle Grundsätze der Raumplanung missachtet.

Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Bedrohte Existenz: Anni und Andreas Kohler vor ihrem Bauernhof im Weiler Buech im Westen der Stadt Bern.
Urs Baumann
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof  verlieren.
Bauer Andreas und Anni Kohler würden Ihren Bauernhof verlieren.
Urs Baumann
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Die Tage des Depots in Bern-Aebimatt – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – sind gezählt. Ersatz will die BLS ganz in der Nähe schaffen: Als Standort für die neue Werkstätte hat sie den Raum Riedbach ausgewählt.
Susanne Keller
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) findet die Pläne der BLS, auf der grünen Wiese im Westen Berns eine neue Werkstatt zu bauen, «irritierend und unverständlich». Das schreibt die Stiftung in einer Mitteilung vom Freitag.

Mit ihren am Donnerstag bekanntgegebenen Plänen verneine das Bahnunternehmen «alle Grundsätze der Raumplanung», schreibt die SL weiter. Industrieanlagen gehörten nicht in eine Landwirtschafts-, sondern in eine Arbeitszone und seien wie Wohnzonen der Schonung der Landschaft und des Schutzes des Kulturlands verpflichtet.

Die SL glaubt, dass «die Entgleisung des Vorhabens gewiss» ist, da keine Behörde eine solche Einzonung absegnen würde. SL-Geschäftsleiter Raimund Rodewald ergänzte auf Anfrage, ein so grosses Bauvorhaben bedinge ganz sicher eine Zonenplanänderung. Eine Bewilligung fürs Bauen ausserhalb der Bauzone reiche nicht.

Enteignungen möglich

Die BLS sagte am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Pläne, das Bauvorhaben unterstehe dem Eisenbahngesetz, wodurch notfalls auch Enteignungen zulässig seien. Das Unternehmen stehe ganz am Anfang der Planung.

Vorgesehen ist in der Nähe des Bahnhofs Riedbach der Bau einer 125 bis 140 Meter langen und 150 Meter breiten Halle mit mindestens 15 Gleisen. Das Gleisfeld wird über die Halle hinaus verlängert, um Abstellflächen für die Züge zu haben und einen späteren Ausbau der Halle zu ermöglichen.

Die BLS suchte nach einem Areal in der Nähe der Stadt Bern, um die Fahrten der Züge zur Werkstatt kurz zu halten. Das Unternehmen braucht einen Ersatz für die Werkstatt Aebimatt beim Bahnhof Bern, die 2019 wegen Bauvorhaben der SBB schliesst.

Auch Grüne Partei Bern kritisiert

Auch die kleine Berner Linksaussenpartei Grüne Partei Bern - Demokratische Alternative (GPB-DA) verurteilte in einer Mitteilung die Pläne der BLS. Ob das Eisenbahngesetz für das Vorhaben eine ausreichende Rechtsgrundlage bilde, bleibe abzuklären.

Unabhängig davon widersprächen die Pläne der BLS den Zielen des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes, dem städtischen Baurecht und dem Stadtentwicklungskonzept. Die Partei werde sich im Grossen Rat und im Stadtrat für die Erhaltung der weitgehend intakten und noch bäuerlich geprägten Landschaft im Westen Berns einsetzen.

(SDA)

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