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Loubegaffer: Nauses eigenwillige Hutwahl

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

Reto Nause (r.) trug am Neujahrsempfang einen falschen Hut.
Reto Nause (r.) trug am Neujahrsempfang einen falschen Hut.
PD

Nie ist die Stadt Bern internationaler, als wenn der Bundespräsident, aktuell ist dies Ueli Maurer (SVP), das diplomatische Corps sowie die kantonalen und städtischen Behörden am Neujahrsempfang begrüsst. Die Honoritäten reisen meist per Kutsche an, so auch Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) und sein Vize Reto Nause (CVP). Letzterer musste sich einige Sprüche gefallen lassen, unter anderem auch von Alec von Graffenried, der bei der Kutschenfahrt zum Bundeshaus neben ihm sass. Der Grund: Reto Nauses eigenwillige Hutwahl.

Statt des offiziellen Edenhuts mit dem Mittelkniff in der Krone trug der Sicherheitsdirektor nämlich einen etwas willkürlich gewählten Hut. Ihm sei bewusst gewesen, dass er nicht die gängige Kopfbedeckung trage, meinte Nause gegenüber den Loubegaffern. Er habe sich für den Kauf eines «etwas modischeren Huts» entschieden, der ihm auch persönlich gefalle und den er auch bei anderer Gelegenheit tragen könne. «Aber», schob der Sicherheitsdirektor nach, «eigentlich bin ich gar kein Hutträger.»

Ganz anders Uwe E. Jocham. Beim VR-Präsidenten der Insel-Gruppe, der beim Anlass im Bundeshaus nicht dabei war, könnte Reto Nause vor dem nächsten Neujahrsempfang Tipps ab­holen. Immerhin tritt Jocham kaum unbehütet vor die Haustüre. Er besitzt mehr als 20 Hüte und ist somit ein Hutspezialist.

Keine Lust, herauszufinden, ob SVP-Stadtrat Erich Hess auch einen anderen Hut als jenen des Provokateurs tragen könnte, hatte die Mehrheit des Stadtparlaments am letzten Donnerstag – und verweigerte Hess die Wahl zum zweiten Ratsvize. Das warf einen Schatten auf die erste Stadtratssitzung des neuen Jahres, die doch in aller Regel eine kurze und schmerzlose Sache ist, ehe der Rat zur Festgemeinde mutiert und die höchste Bernerin oder den höchsten Berner hochleben lässt.

Dieses Jahr ist dies Philip Kohli (BDP), mit 27 Jahren jüngster Ratsvorsitzender aller Zeiten. Auf der Zuschauertribüne im Rathaus platzten nicht bloss Mutter (und BDP-Grossrätin) Vania sowie Vater (und Ex-Burgergemeindeschreiber) Andreas fast vor Stolz – auch Regierungsrätin Beatrice Simon und Ex-Regierungs- und -Nationalrat Urs Gasche überzeugten sich vor Ort, dass die BDP tatsächlich noch Personal mit Zukunft hat.

Den Hut nehmen musste letzte Woche Bern-Welcome-CEO Martin Bachofner. Die Loubegaffer bedauern, dass die Organisation 18 Monate nach ihrer Gründung einen herben Rückschlag verkraften muss und die Touristiker damit wieder einmal in einer Krise stecken. Wie es gehen könnte, machen dagegen seit Jahren die Jungfraubahnen vor. Deren Chef Urs Kessler verriet kürzlich vor dem Business Club sein Erfolgsrezept. «Die Spitze einer Tourismusorganisation muss in die Zielmärkte reisen und die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen verstehen», sagte Kessler.

Er hat vor vielen Jahren damit begonnen, Länder in Asien zu bereisen, und dabei potenzielle Kunden und Vertriebspartner besucht. Der Erfolg gibt ihm heute recht: Im vergangenen Jahr besuchten über eine Million Touristen das Jungfraujoch, 700000 davon stammten aus Asien. Es wäre so einfach, wenn sich die Berner Touristiker nicht dauernd in den Haaren liegen würden – und nicht nur den Nahtourismus fördern wollten – dachten sich die Loubegaffer, die vor Kessler den Hut ziehen.

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