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Media-Markt: Vier Filialen in der Region Bern

Der Internethandel boomt, die Konkurrenz ist gross. Dennoch stösst Media-Markt weiter vor. Zurzeit wird die einstige Saturn-Filiale im Shoppyland zum dritten Media-Markt in der Region Bern umgestaltet. Nächstes Jahr folgt der vierte.

Die Saturn-Filiale im Shoppyland weicht dem dritten Media-Markt in der Region Bern.
Die Saturn-Filiale im Shoppyland weicht dem dritten Media-Markt in der Region Bern.
Beat Mathys

Noch ist der Wechsel nicht ganz über die Bühne gegangen. Nach wie vor prangt an der Fassade des Shoppylands Schönbühl unübersehbar die Anschrift Saturn. Seit etwas mehr als drei Jahren tut sie das, denn so lange ist die für ihre «Geiz-ist-geil»-Mentalität bekannte Elektronikkette aus Deutschland im Einkaufszentrum tätig.

Online dagegen gibt es Saturn Schönbühl schon heute nicht mehr, genauso, wie es im ganzen Land keine Saturn-Filialen mehr gibt. Die Media-Saturn-Gruppe hatte es im April angekündigt: Weil sich die Umsätze nicht wie erwartet entwickelt hätten, werde man sich bis im Juli aus der Schweiz zurückziehen.

Auf der Internetseite von Saturn erscheint das Logo von Media-Markt. Richtig: In Zukunft läuft Saturn Schönbühl als Filiale des Schwesterunternehmens Media-Markt, das ebenfalls im Elektronikhandel tätig ist und mit dem Satz «Ich bin doch nicht blöd» einen ähnlich eingängigen Slogan kultiviert.

Seit 1997 präsent

Ob sich der interne Wechsel für die Media-Saturn-Gruppe tatsächlich bezahlt machen wird? Ein Blick in die nähere Umgebung lässt zumindest Zweifel aufkommen. Immerhin geschäftet Media-Markt in der Agglomeration Bern bereits an nicht weniger als drei Standorten. Seit 1997 ist die Kette mit einer Filiale an der Shoppingmeile bei Lyssach-Alchenflüh präsent. 2005 folgte Muri-Gümligen – und nun eben Shoppyland Schönbühl.

Damit ist das Wachstum noch nicht einmal abgeschlossen. Erst vor einem knappen Monat bestätigten die Verantwortlichen des Konzerns, dass sie die leer stehende Markthalle Bern übernehmen wollen. An bester Lage mitten in der Stadt wird hier im Lauf des nächsten Jahrs ein weiterer Media-Markt aufgehen, der vierte auf einer Strecke von nicht einmal 25 Kilometern.

Anders als bei der Saturn-Eröffnung vor drei Jahren kann die Media-Saturn-Gruppe diesmal auch nicht mehr auf verschiedene Konzepte verweisen. Darauf, dass beide Unternehmen je über ihr eigenes Kundensegement verfügten und sich so gegenseitig befruchteten – künftig werden in der engeren Region Bern gleich vier grossflächige Fachmärkte nach dem gleichen Konzept ihre Waren feilbieten.

Lokal verankert

Der Konzern selber sieht indes keine Probleme auf sich zukommen. Ungeachtet dessen, dass die Konkurrenten wie Interdiscount oder Melectronics in der Region ebenfalls bereits mit einem dichten Filialnetz vertreten sind. Einen weiteren Minuspunkt kehrt er sogar flugs in ein Plus um – immer wieder klagt der Detailhandel nämlich darüber, dass ihnen der florierende Internethandel das Wasser abgräbt. Weil dort die Produkte oft billiger sind.

Media-Markt dagegen erwartet vom Onlinehandel gar Impulse. Man setze auf die Kombination von klassischem Geschäft via Ladentisch und neuem Business via Internet, erklärt eine Sprecherin. «Die Kunden können ein Produkt im Onlineshop bestellen und es dann im lokalen Fachmarkt bezahlen und abholen. Damit dies funktioniert, braucht es neben einem guten Onlineangebot auch eine gute regionale Abdeckung mit Fachmärkten.»

Das Verhalten heutiger Kunden sei generell «sehr lokal geprägt», fährt die Sprecherin fort. Und auf die Frage, wieso Saturn von den einst sechs Schweizer Filialen trotz allem deren zwei geschlossen hat: Diese Standorte habe man «aufgrund des bisherigen Geschäftsgangs und der zu erwartenden zukünftigen Entwicklung» schliessen müssen.

Weiter wachsen

Trotz der bereits bestehenden Filialdichte zeigt sich die Media-Saturn-Gruppe an einem weiteren Wachstum interessiert. Zwar sind ausser in der Stadt Bern im Moment keine Eröffnungen geplant. «Aber wir prüfen selbstverständlich ständig neue Standorte, um unsere Expansion fortzuführen.»

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