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Medizin-Sensation in Bern – Kind und Mutter gerettet

Eine Frau und ihr ungeborenes Kind schwebten in Lebensgefahr. Die Ärzte entschieden sich für ein Verfahren, das in dieser Form weltweit noch nie angewendet wurde.

Lebensretter: Prof. Dr. med. Nils Kucher führte den Eingriff durch.
Lebensretter: Prof. Dr. med. Nils Kucher führte den Eingriff durch.
Tanja Läser für Insel Gruppe AG
Um Mutter und Kind zu retten, entscheidet sich das Ärzteteam laut Inselspital für ein weltweit erstmals so früh in der Schwangerschaft angewandtes Verfahren. Das lebensgefährliche Gerinnsel sollte ohne Röntgenstrahlen entfernt werden.
Um Mutter und Kind zu retten, entscheidet sich das Ärzteteam laut Inselspital für ein weltweit erstmals so früh in der Schwangerschaft angewandtes Verfahren. Das lebensgefährliche Gerinnsel sollte ohne Röntgenstrahlen entfernt werden.
Inselspital
Mutter und Kind sind wieder wohlauf: Ein Gebäude des Inselspitals in Bern. (Archivbild)
Mutter und Kind sind wieder wohlauf: Ein Gebäude des Inselspitals in Bern. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone
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Am Berner Inselspital hat ein interdisziplinäres Ärzteteam am Dienstag einer schwangeren Frau und ihrem Fötus mit einer medizinischen Premiere das Leben gerettet. Erstmals wurde in einer Frühschwangerschaft ein Gerinnsel ohne Röntgenstrahlen entfernt.

Die werdende Mutter kam am Montagnachmittag mit starken Schmerzen in einem geschwollenen Bein ins Berner Inselspital. Die Frau war in der zehnten Woche schwanger.

Bei der Untersuchung wurde klar, dass die Frau eine grosse Thrombose der Beckenvenen und der unteren, herznahen Hohlvene hatte. Weil sich das Gerinnsel frei bewegte, war die Gefahr einer Lungenembolie mit plötzlichem Herztod gross, wie das Inselpital in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Um Mutter und Kind zu retten, entscheidet sich das Ärzteteam laut Inselspital für ein weltweit erstmals so früh in der Schwangerschaft angewandtes Verfahren. Das lebensgefährliche Gerinnsel sollte ohne Röntgenstrahlen entfernt werden. Denn diese können zu schweren Schäden am Embryo oder sogar zu dessen Absterben führen.

Ultraschall statt Röntgenstrahlen

Bei der Schwangeren wurde ein spezieller Katheter mit direkter Visualisierung durch Ultraschall bis zur Hohlvene geführt. Ultraschall ist im Gegensatz zu Röntgenstrahlen ungefährlich für den Embryo.

Der Katheter besteht aus einem dünnen Schlauch, der mit zahlreichen, winzigen Ultraschallkristallen bestückt ist. Wenn über Seitenlöcher des Kathetherschlauchs Medikamente zur Auflösung des Gerinnsels direkt in ebendieses gespritzt werden, bewirkt das Medikament zusammen mit der mechanischen Energie des Ultraschalls den schnellen Abbau des Gerinnsels.

Das Verfahren wurde bereits 2011 am Inselspital eingeführt, jedoch bisher nie in der Frühschwangerschaft eingesetzt, wie es in der Mitteilung des Inselspitals heisst. Mutter und Kind sind nach Spitalangaben wohlauf.

SDA/woz

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