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Mehr verletzte Polizisten, hoher Schaden

Bei den jüngsten Berner Krawalltagen wurden mehr Polizisten verletzt als angenommen. Eine Vorstossflut im Stadtrat brachte weitere Details zutage.

Polizisten räumen von Randalierern errichtete Barrikaden weg.
Polizisten räumen von Randalierern errichtete Barrikaden weg.
Jürg Spori
Flammen, Rauch, Wasser: In Bern spielten sich am Samstagabend scheinbar unwirkliche Szenen ab.
Flammen, Rauch, Wasser: In Bern spielten sich am Samstagabend scheinbar unwirkliche Szenen ab.
Jürg Spori
...ein Kartonschild mit entsprechenden Parolen angebracht.
...ein Kartonschild mit entsprechenden Parolen angebracht.
Jürg Spori
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Auch Wochen nach den jüngsten Berner Krawalltagen beschäftigen diese noch immer die Politik. Mittlerweile aber nicht mehr auf nationaler, sondern ausschliesslich auf lokaler Ebene. Die grosse Reitschule-Diskussion im Berner Stadtrat ging bereits vor Wochen über die Bühne.

Am Donnerstag nun hat der Rat noch eine regelrechte Flut an Vorstössen abgearbeitet, die mehrheitlich von SVP-Vertretern eingereicht worden waren. Spannender als die bereits bekannten Positionen der Politiker waren die Antworten des Gemeinderats.

So wurde bekannt, dass bei der Hausräumung an der Effingerstrasse und den Polizeieinsätzen in den Tagen danach fünfzehn Polizisten verletzt worden sind. Bisher ging man von zehn aus. Bei den Verletzungen handelt es sich um Schädel-Hirn-Trauma, Gehörtrauma, ausgerenkte Finger, Quetschungen, Augenbeeinträchtigungen durch Laserpointer und Schnittwunden und Blessuren durch Wurfgegenstände.

Neunzehn Personen festgenommen

Bereits bekannt war, dass bei der Hausräumung neunzehn Personen festgenommen wurden. Achtzehn von ihnen wurden auf Verfügung der Staatsanwaltschaft wieder entlassen. Eine Person war zur Verhaftung ausgeschrieben und wurde ins Gefängnis überführt.

Viele Antworten des Gemeinderates betrafen Fragen zu den Kosten: Die Einsätze der Kapo seien im Ressourcenvertrag enthalten. Für die Stadt würden darum keine Zusatzkosten anfallen, so die Exekutive. Wie viel die Polizeiein­sätze allerdings den Kanton kosten werden, könne derzeit noch niemand sagen.

Was die Höhe der Sachschäden angeht, rechnet der Gemeinderat mit mehreren Hunderttausend Franken. Damit gemeint sind die Schäden der Demos und Umzüge, der Hausbesetzung sowie des nächtlichen Angriffs auf ein Gebäude der Bundesverwaltung. Die Kosten seien aber noch nicht abschliessend beziffert. Sprich: Das ganze dürfte noch teurer werden.

Täter müssten Schäden begleichen

Sollten Tätern Schäden zugeordnet werden können, müssten sie dafür aufkommen – sofern die Täter wirtschaftlich dazu in der Lage seien, so der Gemeinderat. Im Übrigen müssten Versicherungen, Eigentümer und die öffentliche Hand bezahlen.

Die meisten Absprachen mit dem Sicherheitsdienst der Reitschule hätten geklappt, rapportierte die Kapo dem Gemeinderat. Unbeteiligte Besucher seien beim Einsatz nicht gefährdet gewesen. Allerdings sei die Aufforderung, das Tor zur Reitschule zu schliessen, nicht befolgt worden. Man sehe derzeit keine Szenarien, die eine Schliessung der Reitschule rechtfertigen würden, so der Gemeinderat.

Zwar hätten die Ausschreitungen das Bild von Bern im In- und Ausland kurzfristig negativ geprägt. Aber der Gemeinderat befürchtet keine negativen Auswirkungen auf den Tourismus.

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