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Mehrere Anzeigen wegen Party in Wifag-Gebäude

Die Party am Samstag auf dem Wifag-Areal in Bern hinterliess nicht nur viel Abfall und Lärmklagen, sondern auch mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigungen.

Die Spuren einer langen Party-Nacht im Innern des ehemaligen Wifag-Gebäudes an der Wylerringstrasse 29.
Die Spuren einer langen Party-Nacht im Innern des ehemaligen Wifag-Gebäudes an der Wylerringstrasse 29.
Iris Andermatt
Der Müll wurde nach dem Fest, das bis in die frühen Morgenstunden andauerte, einfach liegen gelassen.
Der Müll wurde nach dem Fest, das bis in die frühen Morgenstunden andauerte, einfach liegen gelassen.
Iris Andermatt
Das leerstehende Gebäude wurde am Samstag von Hausbesetzern in Beschlag genommen. Bereits 2013 wurde das Haus besetzt.
Das leerstehende Gebäude wurde am Samstag von Hausbesetzern in Beschlag genommen. Bereits 2013 wurde das Haus besetzt.
Iris Andermatt
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Letzten Samstag wurde auf dem Wifag-Areal in Bern eine wilde Party gefeiert. «Intellektogalaktische Sauvage» nannten Linksautonome den Event an der Wylerringstrasse 29, zu dem sie via Facebook aufgerufen hatten. Gemäss dem Facebook-Post haben 245 Personen an der Party teilgenommen. Diese sorgten bis in die frühen Morgenstunden für Ärger in der Nachbarschaft. Es kam zu Sachbeschädigungen und Lärmklagen.

Am Sonntagnachmittag war das Gebäude bereits wieder menschenleer. Die Partygänger hinterliessen jedoch eine grosse Unordnung. Der Boden war verdreckt, überall lagen Bierflaschen, Dosen und Plastikbecher.

Obwohl das Ganze wie eine illegale Hausbesetzung aussah, teilte die Kantonspolizei Bern bereits am Sonntag mit, die Liegenschaftsbesitzerin hätte von dem Fest gewusst und diese vorübergehende Zwischennutzung gar toleriert. Als in der Nacht auf Sonntag Lärmklagen eingingen, habe man zudem versucht, über die Liegenschaftsbesitzerin Einfluss zu nehmen, hiess es weiter.

«Wir wissen von nichts»

Bei der Liegenschaftsbesitzerin, der Ursula-Wirz-Stiftung, zeigte man sich überrascht. «Wir wussten von nichts», heisst es dort am Montag. Die Besitzerin verwies auf die Personalvorsorgestiftung Wifag/Polytype, welche die Liegenschaft verwaltet und auch für die Zwischennutzung zuständig sei. Doch dort ist über die Feiertage telefonische niemand erreichbar.

Jene Verwaltung hat aber offenbar eine Bewilligung für den Event erteilt. Am Montag betonte Simona Benovici, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern nochmals: «Die Kantonspolizei Bern hat am Samstag den Kontakt zur Liegenschaftsbesitzerin gesucht und entsprechend auch mit einem Vertreter Kontakt gehabt – dies sogar mehrfach und auch vor der Party.» Mit wem genau, wollte sie nicht mitteilen.

Offenbar waren die vermeintlichen Hausbesetzer nicht an einer langfristigen Bleibe auf dem Wifag-Areal interessiert. «Nach unserem Kenntnisstand haben die Personen die Liegenschaft wieder verlassen», teilte Simona Benovici weiter mit. Hinterlassen haben sie einen Haufen Müll und Sachschaden. «Im Verlaufe des Montags sind mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigung bei der Kantonspolizei eingegangen», bestätigte Benovici.

Solaranlagen zerstört

Zu den Geschädigten der Party gehören auch Firmen, die auf dem Wifag-Areal Material gelagert hatten. Eine kleinere Firma, welche Solaranlagen herstellt, wurde von den Linksautonomen um mehrere tausend Franken gebracht, wie ein Mitarbeiter am Sonntagnachmittag vor Ort schätzte. Die Hausbesetzer haben ihre Photovoltaik-Module unter anderem verwendet, um eine Bar zu basteln. Jetzt sind die Module kaputt.

Wie es an der Wylerringstrasse 29 weitergeht, liegt bei der Liegenschaftsbesitzerin. «In jedem Fall liegt die Entscheidung der Nutzung der Räumlichkeiten bei ihr», sagt Benovici.

Bereits im April 2013 wurde das leerstehende Gebäude auf dem Wifag-Areal besetzt. Bei den Besetzern handelte es sich um das Kollektiv «Kinder von Bern». Die Besetzung dauerte sechs Tage. Auch damals wurde in den Räumlichkeiten eine Party mit mehreren hundert Personen gefeiert. Es kam ebenfalls zu Sachbeschädigungen und Lärmklagen aus der Nachbarschaft.

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