Mein Name ist... Signalkrebs

Im Rahmen unserer Sommerserie stellen wir in der Rubrik «Mein Name ist...» jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Der Signalkrebs wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von der amerikanischen Westküste nach Europa gebracht.

Der Signalkrebs wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von der amerikanischen Westküste nach Europa gebracht.

Sheila Matti

Siehst du bei mir Rot, dann verschwinde lieber schnell. Hebe ich meine Scheren und präsentiere dir deren hellrote Färbung, bedeutet dies nämlich nichts Gutes. Kein Wunder, nennt man mich Signalkrebs. Allgemein bin ich nicht der umgänglichste Zeitgenosse. Andere Flusskrebse, wie etwa den einheimischen Edelkrebs, weise ich gerne in ihre Schranken.

Man gibt mir sogar die Schuld dafür, dass die anderen Arten immer mehr verschwinden. Dabei habe ich nicht darum gebeten, in Europa zu sein. Der Mensch war es, der mich in der Mitte des 20. Jahrhunderts von der Westküste der USA nach Europa gebracht hat. Wir Krebse werden nämlich gerne gegessen, und weil die heimischen Arten durch die Krebspest immer mehr zugrunde gingen, musste ich in die Bresche springen.

Und jetzt mache ich es mir hier halt gemütlich, ernähre mich von allem, was mir zwischen die Zangen kommt, und sorge einmal pro Jahr für Nachwuchs. Kühle Fliessgewässer gefallen mir am besten, deshalb fühle ich mich in der Aare, sowie eigentlich überall in der Schweiz, pudelwohl.

Der Mensch hat übrigens mittlerweile begriffen, wie stark meine Artgenossen und ich sind. Deshalb versucht er meine Verbreitung systematisch einzudämmen – und bekommt entsprechend häufig Rot zu sehen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt