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Minderjährige kamen leicht an Zigis und Alkohol

Zu Testzwecken hat das Blaue Kreuz Minderjährige Alkohol und Tabak kaufen lassen. Das Resultat: In fast jedem zweiten Laden kamen die Testkäufer an Zigaretten.

Bei Testkäufen in Köniz kamen Minderjährige relativ leicht an Tabak und Alkoholika.
Bei Testkäufen in Köniz kamen Minderjährige relativ leicht an Tabak und Alkoholika.
Keystone

Ob Grossverteiler, Restaurant, Kiosk oder Tankstellenshop: In Köniz standen in den letzten Tagen Betriebe, bei denen es Alkohol zu kaufen gibt, unter besonderer Beobachtung. Grund waren Testkäufe mit Minderjährigen, die das Blaue Kreuz im Auftrag der Gemeinde alle paar Jahre durchführt. Nebst an Alkohol versuchten die Testkäufer heuer erstmals auch an Tabakwaren zu kommen.

Die rund 20 getesteten Betriebe schnitten beim Experiment nicht sonderlich gut ab. In 29 Prozent der Testkäufe wurde an die Minderjährigen Alkohol verkauft. Fast jeder dritte Laden verstiess somit gegen den Jugendschutz. Noch leichter gelangten die Testkäufer an Tabak: In 43 Prozent der Fälle konnten die unter 18-Jährigen Zigaretten kaufen – also fast an jeder zweiten Verkaufsstelle.

Nach Ausweis gefragt und trotzdem verkauft

Die hohe Fehlverkaufsquote zeige, «dass im Bereich Tabak das Bewusstsein für den Jugendschutz kleiner ist», bilanziert die Gemeinde Köniz in einem Communiqué. Erschwerend komme hinzu, dass im Kanton Bern beim Kauf von Tabak das Mindestalter bei 18 Jahren liegt, in Nachbarkantonen jedoch bei 16 Jahren.

Auffällig war bei den Tests in Köniz, dass die Verkäufer zwar relativ häufig einen Ausweis verlangten, in neun Fällen den Alkohol oder die Zigaretten dann aber trotzdem verkauften. «Das korrekte Ausrechnen des Alters während dem Verkaufsvorgang scheint eine Herausforderung darzustellen», schreibt die Gemeinde. Sie vermutet, dass Flüchtigkeitsfehler sowie Unsicherheit und Zeitdruck die Hauptfaktoren für die falschen Rechnungsergebnisse sind.

Läden im Vorfeld informiert

Sämtliche Könizer Verkaufsstellen wurden im Vorfeld schriftlich über die geplanten Testkäufe informiert. Jene, die gegen den Jugendschutz verstossen haben, werden dem Regierungsstatthalteramt gemeldet. Bei wiederholtem Verstoss hält sich die Gemeinde verwaltungsrechtliche Schritte vor. cha/pd

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