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«Mit der Dosierung wird das Problem nur verlagert»

Die Dosierung des Stadtverkehrs im Bereich Egghölzli/Burgernziel sorgt für Gesprächsstoff bei den Lesern. Einige finden, Muri soll einen Teil der Last tragen, andere schlagen Lösungen für das Verkehrsproblem vor.

Der Burgernziel-Kreisel: Ausnahmsweise ohne Stau.
Der Burgernziel-Kreisel: Ausnahmsweise ohne Stau.
Andreas Blatter

Die Stadt Bern will den Kreisel am Burgernziel zu einer Kreuzung mit Ampeln umbauen und gleichzeitig die Durchgangsachse vom Ostring via Burgernziel zum Thunplatz entlasten. Auf dieser wichtigen Strasse sollen in Zukunft zu den Stosszeiten 15 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs sein als heute. Um Staus auf der zum Teil verengten Strasse zu verhindern, plane die Stadt an den Zufahrten Pförtneranlagen. Muri befürchtet nun, dass der Stau einfach in ihre Gemeinde verlagert wird.

Die Umfrage auf Bernerzeitung.ch zeigt, dass die Mehrheit der Leser dagegen ist, dass der Verkehr in diesem Bereich eingedämmt wird. Von 235 Teilnehmern sind 68 Prozent der Meinung, dass keine Massnahmen nötig sind (Stand: 15.30 Uhr). Trotzdem ist unter den Lesern eine angeregte Diskussion entstanden.

Lärmende Blechlawine

Leser Lorenz Kaiser als Betroffener kann die Sorgen der Vorortsgemeinde nicht verstehen: «Muri kann ja auch bei der Einfahrt zu seiner Gemeinde die Autos mit einer Pförtneranlage drosseln. Wir im Egghölzli/Burgernziel haben die Nase gestrichen voll von der stinkenden, lärmenden Blechlawine, die sich an uns vorbei zwängt. Nehmt das blaue Bähnli wenn ihr unbedingt in die Stadt wollt, oder lasst es gleich ganz sein.»

Fritz Wenger hingegen sieht das Problem eher in der Politik: «Das Problem ist, dass Leute, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, steuerliche Abzüge machen können. Das heisst: Viele nehmen aus Bequemlichkeit das Auto, obwohl der öffentliche Verkehr (ÖV) zumutbar wäre. Als Gesetzgeber würde ich nur für unzumutbares Umsteigen auf ÖV steuerliche Abzüge gewähren, bei allen anderen (Behinderte etc. natürlich ausgenommen) aber Strafsteuern von fünf Franken pro Kilometer einführen und das Problem wäre gelöst.»

Autofahrer machen Denkfehler

Tom Berger liefert in seinem Kommentar eine alternative Lösung: «Bis jetzt verlasse ich die Autobahn im Ostring, wenn ich ins Saali will. Dann fahre ich bis zur Ausfahrt Muri und fahre durch Muri oder Gümligen zurück. Bern kassiert meine Steuern und Gümligen badet das Verkehrschaos aus. So geht das! »

Walter Sahli ist der Meinung, dass die Autofahrer einen Denkfehler machen: «Wenn der Verkehr unschikaniert durch die Stadt rollt, dann gibt es ja keinen Grund auf das Auto zu verzichten. Also fahren einfach noch mehr Autos durch die Stadt, was wiederum zu Stau und dem Begehren, mehr Strassen zu bauen, führt. »

Kritik an Muri

Für den FDP-Stadtrat Bernhard Eicher ist es absolut unverständlich, weshalb der Kreisel aufgehoben wurde: «Mit einer Pförtneranlage verlagert die Stadt den Verkehrsstau einfach in die nächste Gemeinde, das darf nicht sein. Bern sollte mit seinen Nachbargemeinden partnerschaftliche Lösungen suchen. Schliesslich wollen wir – zum Beispiel bei der Kulturförderung – auch ihre Unterstützung».

Kritik geäussert wird auch an der Gemeinde Muri: «Die reiche Gemeinde nimmt die wohlhabenden Bürger von Bern gerne auf. Sie nimmt auch gerne die kulturellen, beruflichen und sportlichen Angebote der Stadt Bern entgegen. Aber den Verkehr soll die Stadt alleine tragen?», schreibt Thomas Bieri.

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