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Mit der Heizung wird Schulpolitik betrieben

Die Gemeinde Wohlen schliesst die Schulanlage Uettligen an den Wärmeverbund an.

Das Oberstufenschulhaus in Uettligen.
Das Oberstufenschulhaus in Uettligen.
Christian Pfander

An der Gemeindeversammlung Wohlen ging es nur um den Ersatz der Schnitzelheizung für die Schulanlage Uettligen. Diese wird an den neu entstehenden Wärmeverbund angeschlossen. Die Versammlung hat dafür einen Kredit von 300'000 Franken gesprochen.

Aber im Vorhaben steckt auch Schulpolitik und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kirchlindach, die ihre Oberstufenschüler nach Uettligen schickt. Deshalb muss sich Kirchlindach an den Kosten zu einem Viertel beteiligen. Doch genau hier liegt der Hund begraben. Es sei denkbar, dass Kirchlindach diesen Kredit ablehne oder gar nicht darüber abstimme, sagte Wohlens Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus).

Es geht ohne Nachbar

Das geht unter anderem auf den letzten Sommer zurück. Damals sprach sich die Gemeindeversammlung Wohlen dafür aus, in der Oberstufe Hinterkappelen und Uettligen auf ein durchlässiges Schulmodell zu wechseln.

In Uettligen wird das jedoch nicht möglich, weil die Gemeindeversammlung Kirchlindach diesen Wechsel abgelehnt hat. Nicht nur deshalb möchte Wohlen die Zusammenarbeit auf eine neue Basis stellen. Der Schulverband soll durch ein Sitzgemeindemodell abgelöst werden. Falls das zustande komme, gehe die ganze Schulanlage an die Gemeinde Wohlen, erklärte Müller. Kirchlindach müsste sich nicht mehr an Investitionen beteiligen.

Ein Vertragsentwurf für das Sitzgemeindemodell liegt vor. «Der Gemeinderat Kirchlindach tut sich aber noch schwer mit dem neuen Vertrag», sagte Müller an der Versammlung. Und auch mit der Investition von 75'000 Franken in eine Anlage, die er möglicherweise bald nicht mehr mitbesitzt. Vermutlich werde Kirchlindach noch gar nicht darüber entscheiden.

Vor diesem Hintergrund beschloss die Gemeindeversammlung Wohlen, die ganze Schulanlage an den Wärmeverbund anzuschliessen, auch ohne Entscheid aus der Nachbargemeinde. Quasi im Rahmen einer «Vorinvestition», wie es Bänz Müller ausdrückte.

Weniger Mitsprache

Der Gemeinderat überprüfe derzeit sowohl den Vertragsentwurf als auch die Investition in die neue Heizlösung, sagt Kirchlindachs Gemeindeschreiber Martin Bieri auf Anfrage. Der Zeitplan für das weitere Vorgehen sei noch offen. Es sei eher unwahrscheinlich, dass bereits an der nächsten Gemeindeversammlung über die Investition abgestimmt werde. Konkret auf einzelne Punkte will Bieri nicht eingehen.

Im Hinterkopf des Gemeinderats dürfte aber der Entscheid vom letzten Juni gegen eine durchlässige Oberstufe sein. Denn bei einem Wechsel zum Sitzgemeindemodell hätte Kirchlindach weniger Mitspracherecht, so auch zur Durchlässigkeit der Oberstufe. In jedem Fall das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung, sowohl zum Vertrag als auch zur Investition.

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