Bern

Neuer Weg zu Kita-Gutscheinen

BernIn einem Monat können Eltern auch digital Kita-Gutscheine beantragen. Das kostet die Stadt Bern eine Million.

Eltern können die Gesuche für Kita-Gutscheine neu elektronisch auf der Plattform «Ki-Tax» einreichen. Das Online-Portal sei eine Pionierleistung der Stadt Bern, so Gemeinderätin Franziska Teuscher.

Eltern können die Gesuche für Kita-Gutscheine neu elektronisch auf der Plattform «Ki-Tax» einreichen. Das Online-Portal sei eine Pionierleistung der Stadt Bern, so Gemeinderätin Franziska Teuscher.

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Ein Papierkrieg bleibt es wei­terhin: Einkommensdaten, Vermögenswerte, Arbeitspensum, Haushaltsgrösse. Um den ausgedehnten Schriftverkehr mit den Behörden kommen Stadtberner Eltern auch in Zukunft nicht herum, sofern sie von der Gemeinde einen Zustupf an die Betreuungskosten des Nachwuchses fordern. Künftig soll der Papierkrieg aber weniger pa­pie­ren sein.

Die Stadt Bern lanciert ab dem 15. März nämlich eine digitale ­Variante, mit der Eltern Gesuche für Betreuungsgutscheine oder Angaben für die Tarifberechnung einreichen können. Die eigens kreierte Internetapplikation heisst Ki-Tax und gleicht der Steuererklärungssoftware Tax Me – was nicht erstaunt, wurde die Software doch von der gleichen Firma erarbeitet.

Gewisse Verzögerungen

Die Software soll den Postweg ersetzen, Unterlagen werden einfach eingescannt oder fotografiert und so bei den Behörden eingereicht. Die elektronische Variante vereinfache die Anmeldung, so Bildungsdirektorin Franziska Teuscher (GB). Auch würden Eltern nun auf einen Blick sehen, welche Angebote in der Stadt für den Nachwuchs zur Verfügung stünden. Zudem würden die Abläufe schneller werden, wovon beide Seiten – Eltern wie Behörden – profitieren würden.

Ki-Tax soll auch für Tagesschulen und die Ferieninseln (die Tagesbetreuung während der Schulferien) angewendet werden, wie Schulamtleiterin Irene Hänsenberger sagte. Allerdings wird das noch dauern. «Wegen einer komplizierten Schnittstelle in der Informatik» funktioniert die Applikation in den genannten Bereichen erst ab nächstem Jahr.

Zu teuer, Nachkredit ist nötig

Solch kleineren Behinderungen zum Trotz: Franziska Teuscher wurde gestern nicht müde, die Software als ein «Leuchtturmprojekt» zu bezeichnen. Ein ­Ausdruck, der in der Verwaltung mittlerweile ziemlich inflationär gebraucht wird und Zuhörer durchaus schaudern lässt. Schliesslich haben «Leucht­turmprojekte» – etwa die viel zitierte Velobrücke – oft gemein, dass sie am Ende mehr kosten als vorgesehen. Das gilt auch für Ki-Tax. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Franken, was mehr ist als geplant. Der Stadtrat muss darum einen Nachkredit sprechen.

«Leuchtturmprojekte» haben meist auch eine gewisse Signalwirkung, was auch hier der Fall ist. Denn Ki-Tax ist das erste E-Government-Projekt der Stadt, und künftig sollen auch Parkkarten, Adressänderungen oder Bewilligungen für Veranstaltungen elektronisch abgewickelt werden können.

Und weil auch der Kanton im Jahr 2019 Betreuungsgutscheine einführen will, rechnet Jugendamtleiter Alex Haller mit «grossem Interesse weiterer Gemeinden und des Kantons» an der städtischen Lösung. Als Händler der Software hätte die Stadt sogar finanziell profitieren können, wie es der ursprüngliche Plan auch vorsah. Dies allerdings war nicht im Sinne des Stadtrates, der beschloss, das Programm unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen. Sie kann also gratis von allen genutzt und an­gepasst werden.

Eltern, die nicht auf Papier verzichten wollen, müssen dies auch künftig nicht. Die alte Variante bleibt bestehen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2017, 11:08 Uhr

Update folgt...

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