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Schadstoff im Boden: Mühlematt-Schule wird saniert

Der Belper Gemeinderat will 50 Millionen Franken in die Schulanlage Mühlemattstecken. Damit soll auch das Naphthalin-Problem endgültig behoben werden.

Die Schulanlage in der Mühlematt bleibt bestehen. Sie wird saniert und mit einem Erweiterungsbau ergänzt. Foto: Adrian Moser
Die Schulanlage in der Mühlematt bleibt bestehen. Sie wird saniert und mit einem Erweiterungsbau ergänzt. Foto: Adrian Moser

Sanierung oder Neubau? Das war die grosse Frage, die sich der Belper Gemeinderat zur Schulanlage Mühlematt stellen musste. Die Schule ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, im Herbst rann das Dach, und seit knapp einem Jahr ist klar, dass die Böden mit dem Schadstoff Naphthalin belastet sind. Nun hat sich der Gemeinderat für eine Sanierung entschieden.

Vier Varianten seien zur Auswahl gestanden, sagt Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP). Erstens die Sanierung mit einem Anbau, zweitens die Sanierung mit einem Erweiterungsbau, drittens ein Neubau auf freier Fläche und viertens ein Neubau anstelle der bestehenden Anlage. Die Wahl fiel auf die zweite Lösung. Gestern Nachmittag orientierte die Gemeinde die Lehrerschaft, am Abend die Bevölkerung über die Pläne.

Es ist ein grosser Brocken, der ansteht für die Gemeinde Belp. 50 Millionen Franken soll die Sanierung kosten. Sie kommt allerdings mit Vorankündigung. Denn schon eine «strategische Schulraumplanung» zeigte den Sanierungsbedarf in der Mühlematt auf. Gegenüber einem Neubau sei eine Sanierung aber immer noch 13 bis 20 Millionen Franken günstiger. Das hat den Ausschlag gegeben. «Damit soll das Schulhaus noch rund dreissig weitere Jahre genützt werden können», sagt Marti. Dann muss es endgültig abgerissen werden. 700 Schüler und Lehrer betreten die Anlage jeden Tag.

Nervliche Belastung

Das Naphthalin-Problem hat den Druck auf eine Sanierung noch verstärkt. Vergangenes Jahr klagten einige Benützer der Anlage über schlechte Gerüche, manche über Kopfschmerzen. Grund war das Naphthalin in den Böden. Die Gemeinde ergriff Massnahmen. Zwar hätten Messungen in den Herbstferien ergeben, dass die Luftreinigungsgeräte und das regelmässige Lüften nützen. Die Belastung falle so unter den Grenzwert, der auch empfindlichen Personen den Aufenthalt in den Räumen ohne gesundheitliches Risiko erlaube. «Aber die Verunsicherung ist gross», die Sache zerre an den Nerven der Lehrerinnen und Lehrer. Mit der Sanierung werden die belasteten Baustoffe endgültig entsorgt.

Auch die Sportanlagen werden erneuert. Heute befinden sich in der Mühlematt eine Turnhalle und ein Lernschwimmbecken in einem Gebäude, hinzu kommt eine weitere Einfachturnhalle. «Diese drei Einheiten wollen wir durch eine Dreifachturnhalle ersetzen.» Das werde für Diskussionen sorgen, ist sich Marti sicher. Der Gemeinderat suche eine Kooperation mit umliegenden Gemeinden. So verfügen etwa Münsingen und Kehrsatz über ein Becken.

Vom Gesamtbetrag fallen 16 Millionen auf die Sanierung der bestehenden Anlage, 14 Millionen auf die Turnhalle, 19 Millionen auf den Erweiterungsbau und 1 Million Franken auf die Umgebungsgestaltung. Inbegriffen ist auch 1 Million Franken, die für die Sanierung und die Entsorgung des Naphthalins anfällt. «Dieser Betrag wird ausreichen, das wurde uns versichert», so der Gemeindepräsident.

Drei Abstimmungen

Die Stimmbevölkerung wird sich insgesamt dreimal zum Projekt äussern können. Zunächst wird die Gemeindeversammlung im kommenden Frühling einen Kredit für den Architekturwettbewerb sprechen müssen. Ein Jahr später erfolgt der Kreditbeschluss zum Vorprojekt ebenfalls durch die Gemeindeversammlung. Und schliesslich folgt im Herbst 2022 die Urnenabstimmung zum Kredit.

Im November 2027 soll das sanierte Schulhaus samt dem Erweiterungsbau fertiggestellt und bezugsbereit sein.

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