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Murtenpanorama: Berner Lösung ist günstiger

Murten will Bern das bereits versprochene Murtenpanorama abluchsen. Ein Verein hat ein Konkurrenzprojekt gegenüber dem Historischen Museum lanciert. Nur: Die Berner Lösung ist günstiger und hat erste Geldgeber.

Die Schlacht bei Murten aus dem Jahr 1476 sorgt über 500 Jahre später für heisse Köpfe. Bern und Murten kämpfen um das lange in Kellern gelagerte Murtenpanorama.
Die Schlacht bei Murten aus dem Jahr 1476 sorgt über 500 Jahre später für heisse Köpfe. Bern und Murten kämpfen um das lange in Kellern gelagerte Murtenpanorama.
Keystone

Lange schien der beabsichtigte Standort des 100 Meter langen und 15 Meter hohen Murtenpanoramas im Historischen Museum Bern unbestritten. Das Gemälde zeigt die Schlacht der Eidgenossen gegen den burgundischen Herzog Karl den Kühnen im Jahr 1476 und stammt aus dem Jahr 1893. Seit der Expo 2002 liegt das Bild zusammengerollt in einem Depot im Berner Oberland und wartet auf einen neuen, würdigen Standort. Vor gut einem Jahr taten die zuständige Panorama-Stiftung und das Historische Museum ihre Absicht kund, das Murtenpanorama in einem neuen, noch zu realisierenden Rundbau am Westflügel unterzubringen. Auf sechs bis acht Millionen Franken werden die Baukosten geschätzt. Eine Million Franken hat die Pro Patria gesprochen, ebenso ist die Burgergemeinde zu einem Beitrag in ähnlicher Grössenordnung bereit.

Murten will

Nun erwächst Konkurrenz aus Murten: Der Verein Standortregion Murtensee möchte das Murtenpanorama am Ort des Geschehens behalten. Er hat dafür ein Projekt im Städtchen lanciert, welches das Murtenpanorama mit einem weiteren Trakt für die Bibliothek, das Tourismusbüro und ein Café ergänzt (wir berichteten). Kostenpunkt: 15,5 Millionen Franken. Laut Stadtschreiber von Murten, Urs Höchner, ist das für eine Gemeinde mit gerade mal 6000 Einwohnern ein «sehr ehrgeiziges Ziel».

Bern kann

Murtens Stadtpräsidentin Christiane Feldmann ist dagegen die treibende Kraft hinter der Panorama-Stiftung, welche den Standort im Historischen Museum Bern anstrebt, und die Chancen sind in diesem Projekt deutlich grösser: Die führende Geldgeberin Pro Patria könnte sich ein Projekt in Murten kaum vorstellen. «Wir haben in den letzten ein, zwei Jahren mit den Bernern ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut,» sagt Generalsekretär Roman Schönauer. Die Murtener seien erst vor wenigen Tagen mit einem Businessplan konkreter geworden. «Der Murtener Verein kommt sehr, sehr spät. Zuvor hat sich seit der Expo.02 niemand für das Gemälde interessiert», so Schönauer. Jetzt, da sich in Bern etwas tue, bewege sich auch Murten.

Für Christoph Stalder, Vorsitzender der Museumsaufsichtskommission, ist das Historische Museum der richtige Standort für das Murtenpanorama. «Wir haben unsere Absicht erklärt, und wir stehen zu unserem Wort.»

«Murten wäre das Tollste»

Anders sieht das der Burgergemeindepräsident Franz von Graffenried: «Bern ist die zweite Wahl für dieses Panorama, Murten wäre das Tollste.» Für realistischer hält jedoch auch er Bern. Die Burgergemeinde hat sich bereit erklärt, einen Beitrag in der Grössenordnung von einer Million Franken zu leisten. «Beschlossen ist aber noch nichts,» relativiert von Graffenried. Entschieden wird voraussichtlich Ende 2010.

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