Nach über 50 Jahren: Störche sind zurück in der Stadt Bern

Bern

Mehr als ein halbes Jahrhundert lang blieben sie der Stadt fern. Jetzt haben sich in Bern erstmals wieder Störche niedergelassen. Ob das Storchenpaar auch Eier ausbrütet, wird sich zeigen.

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Tierische Überraschung in der Bundesstadt: An der Papiermühlestrasse 28 im Berner Breitenrainquartier hat ein Storchenpaar ein Nest gebaut. Am Montag konnten die Tiere mit weit ausgebreiteten Flügeln bei der Paarung beobachtet werden, wie die Zeitung «Bund» in ihrer Dienstagsausgabe schreibt.

Dass sich Störche in der Stadt niederlassen, ist nicht selbstverständlich. In den 1950er-Jahren waren die Zugvögel in der Schweiz ausgestorben – unter anderem, weil sie an den zunehmend verbauten Flüssen keine Nahrung mehr fanden.

Nest auf altem Kamin

Rund ein Jahrzehnt später, Anfang 1960er-Jahre, wurden Störche hierzulande zwar wieder angesiedelt. In der Stadt Bern liess sich seither jedoch kein Storch mehr nieder – bis jetzt.

Mit dem Vogelpaar von der Papiermühlestrasse ist die lange Abwesenheit der Störche in der Bundesstadt nun also vorbei. Das Berner Storchenpaar hat sich auf dem Kamin eines alten Armeegebäudes eingenistet. «Der Ort ist ideal», sagt Margrith Eggist von der Gesellschaft Storch Schweiz gegenüber dem «Bund». Störche würden gerne auf hohen Objekten brüten.

Die Grösse des Nests lasse zudem darauf schliessen, dass die Störche schon einige Zeit in Bern seien. Gemäss der Expertin sei es durchaus möglich, dass bereits ein Ei im Nest liege.

Anzahl Störche nimmt wieder zu

Ob das Storchenpaar die vermeintlich gelegten Eier tatsächlich auch ausbrütet, ist jedoch nicht sicher. Der Grund: Zu brüten beginnen Störche erst, wenn ein zweites Ei gelegt ist. Bis Storchenküken schlüpfen, dauert es in der Regel etwas mehr als 30 Tage. Danach sind die Jungtiere nochmals rund zwei Monate auf ihre Eltern angewiesen.

Wie es im Zeitungsbericht weiter heisst, sind auch in Zürich und Basel in den letzten Jahren Storchennester entdeckt worden. Gesamtschweizerisch hat sich die Zahl brütender Strochenpaare im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt und ist von 211 Paaren im Jahr 2005 auf 392 Paare im Jahr 2015 gestiegen.

Herkunft unbekannt

Woher die beiden Berner Störche kommen, ist übrigens noch unklar. Via Feldstecher konnten bei den Tieren bisher keine sonst üblichen Markierungsringe an den Beinen entdeckt werden.

cha

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