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Die Stadt trimmt ihre Gebäude auf Nachhaltigkeit

Die Überprüfung der städtischen Liegenschaften zeigt: In Sachen Nachhaltigkeit besteht Handlungsbedarf. Was möglich wäre, sieht man in Bümpliz.

Gedämmte Fassade, grosse Balkone: Die 60 Jahre alten Häuser wurden totalsaniert.
Gedämmte Fassade, grosse Balkone: Die 60 Jahre alten Häuser wurden totalsaniert.
Franziska Rothenbühler

Die beiden Mehrfamilienhäuser an der Bümplizer Kleefeldstrasse bereiten dem städtischen Finanzdirektor Michael Aebersold sichtlich Freude: Die 60 Jahre alten Gebäude wurden aufwendig saniert. Die Fassaden erhielten eine Aussenwärmedämmung, die neuen, angebauten Balkone scheinen riesig. Und jeglicher Aussenlärm wird von 3-fach verglasten Fenstern geschluckt. «Nicht schlecht für eine 4-Zimmer-Wohnung mit einer Monatsmiete von knapp 1170 Franken», sagt Aebersold.

Das Haus an der Kleefeldstrasse vor der Sanierung. (Bild: zvg)
Das Haus an der Kleefeldstrasse vor der Sanierung. (Bild: zvg)

Tatsächlich könnte der Kontrast im Kleefeldquartier nicht grösser sein: Hier zwei total- sanierte, hellen Gebäude, energieeffizient, mit Fotovoltaikanlagen auf dem Dach. Gegenüber der Hochhauskomplex an der Mädergutstrasse, eine 15 Stockwerk hohe Betonwand, sanierungsbedürftig und energietechnisch eine Bausünde.

Beiderorts wohnen einkommensschwächere Personen. Der Unterschied: Während die Hochhäuser an der Mädergutstrasse im Besitz von Privaten sind, gehören die beiden Gebäude an der Kleefeldstrasse der Stadt. Und diese will in Sachen Gebäude- sanierung vorwärtsmachen, um ihre hoch gesteckten Energie- ziele zu erreichen. Eines davon lautet, ihre Immobilien mit Energie zu versorgen, die zu mindestens 70 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt.

Hoher Sanierungsbedarf

Am Donnerstag hat die Stadt den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Dieser zeigt: Bei den städtischen Immobilien besteht in Sachen Gebäudesanierung Handlungsbedarf. Bewertet wurde anhand der Aspekte Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Überprüft wurden 496 Gebäude aus Verwaltungs- und Fondsvermögen. Zum Verwaltungsvermögen gehören beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen und Sportanlagen, zum Fondsvermögen städtische Wohn- und Geschäftsliegenschaften sowie Landwirtschaftsbetriebe.

3-fach verglaste Fenster. (Bild:Franziska Rothenbühler)
3-fach verglaste Fenster. (Bild:Franziska Rothenbühler)

Gut schneiden im Nachhaltigkeitsbericht lediglich die städtischen Verwaltungs- und Kulturgebäude ab. Wohnhäuser und Geschäftsliegenschaften werden als ungenügend eingestuft, Schulen und Sportanlagen sogar als schlecht. Hier beträgt der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtverbrauch teils nur um die 30 Prozent. «Wir wissen um den Handlungsbedarf und wollen in den nächsten fünf bis sechs Jahren signifikante Fortschritte erzielen», sagt Aebersold.

14 Millionen eingeplant

Bloss: Wie signifikant dieser Fortschritt ausfällt, hängt letztlich von Stadtrat und Stimmvolk ab, denn sie segnen mit dem Jahresbudget die Mittel dafür ab. Der – nicht verbindliche – Aufgaben- und Finanzplan sieht für das nächste Jahr 14 Millionen Franken für Gebäudesanierungen vor – und bereits diese Summe lässt keine allzu grossen Sprünge zu, wie der Umbau der beiden Wohnhäuser an der Kleefeldstrasse exemplarisch zeigt. «Die Sanierung der beiden Gebäude hat je 3 Millionen Franken gekostet», sagt Elsi Hischier. Sie leitet den Bereich Nachhaltiges Immobilienmanagement bei Immobilien Stadt Bern. Damit sei der Energieverbrauch der 48 Wohnungen um zwei Klassen gesenkt worden.

«Wir wissen um den Handlungsbedarf und wollen in den nächsten fünf bis sechs Jahren signifikante Fortschritte erzielen», sagt Michael Aebersold. (Bild: Beat Mathys)
«Wir wissen um den Handlungsbedarf und wollen in den nächsten fünf bis sechs Jahren signifikante Fortschritte erzielen», sagt Michael Aebersold. (Bild: Beat Mathys)

Billige Mieten und energetisch sanierte Wohnungen – auf dem freien Wohnungsmarkt schliessen sich die beiden meist aus. Sinnbildlich dafür steht der Sanierungsstau bei den Hochhäusern gleich nebenan. Mit Blick auf die städtischen Energieziele bleibt aber zu hoffen, dass die Sanierungstätigkeit der Stadt auf die privaten Eigentümer eine ansteckende Wirkung ausübt.

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