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Nachtleben in der Stadtberner Ausgehmeile soll sicherer werden

Mit spezifischen Massnahmen soll eine attraktive und sichere Ausgehmeile in der Oberen Altstadt Nord geschaffen werden. Dabei werden auch die Kontrollen der Polizei gezielt verstärkt. Sofern sich das Pilotprojekt bewährt, könnte es auch in anderen Stadtteilen eingeführt werden.

Mit dem neuen freiwilligen Security-Konzept wird verstärkt auf Dialog gesetzt (Archivbild).
Mit dem neuen freiwilligen Security-Konzept wird verstärkt auf Dialog gesetzt (Archivbild).
Chrisitan Pfander

Die IG Aarbergergasse, BERNcity sowie GastroStadtBern und Umgebung haben in enger Zusammenarbeit mit dem Regierungsstatthalteramt, der Polizei und der Stadt Massnahmen entworfen, um die Attraktivität der Ausgehmeile in der Oberen Altstadt Nord zu erhalten. Die Situation rund um die Ausgehmeile in der Oberen Altstadt Nord habe sich in den letzten Jahren verschärft, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Besonders betroffen sind die Aarberger-, Neuen-, Genfer- und Speichergasse. Insbesondere Vandalismus, illegale Abfallentsorgung (Littering), Lärm und Gewalt hätten zugenommen. Dies stehe auch im Zusammenhang mit dem veränderten Ausgehverhalten der Bevölkerung.

Seit Februar diskutieren die genannten Organisatoren im gemeinsamen Dialog an einem Ausgehkonzept, in dem Rahmenbedingungen für eine attraktive, aber auch sichere Partystadt und Massnahmen für ein geordnetes Nachtleben in den betroffenen Gassen festgehalten wurden. Die schlechten Schlagzeilen würden sich negativ aufs Image der Ausgehmeile auswirken, nahm Martin Bühler von BERNCity Stellung.

Freiwilliges Security-Konzept

Erstes Resultat dieses Dialogs sei ein breit abgestütztes Security-Konzept. «Wir haben eine Vision einer gemeinsamen Gassenidentität. Wir sind stolz auf die Partymeile, und das soll so bleiben», erklärte Sicherheitsdirektor Reto Nause am Montag während der Medienkoferenz. In einem nächsten Schritt würden gemeinsame Massnahmen im Bereich Littering sowie die Neu-Lancierung eines Safer-Clubbing-Vereins in Bern angegangen.

Das Sicherheitskonzept richtet sich an Betriebe mit einer Überzeitbewilligung, das heisst an Betrieben, die länger als 00.30 Uhr geöffnet sind. Das Ziel sei, dass den Clubbetreibern und dem Sicherheitspersonal wichtige Sicherheitsregeln bekannt seien und auch umgesetzt würden. «Erstmals soll eine einheitliche Linie im Sicherheitsdienst geschaffen werden», wie Willi Manuel von der Kantonspolizei Bern erklärte. Ebenfalls soll gewährleistet werden, dass die Anforderungen der Sicherheitsdienste an die Grundausbildung und die Personenbelegungszahl gemäss Gebäudeversicherung eingehalten werden.

Die Verhaltensregeln der Security-Mitarbeiter sind in der Security-Charta umschrieben. «Ein Security-Mitarbeitender darf nie der Aggressor sein», steht da etwa (siehe Download). Jeder Betrieb mit Überzeitbewilligung habe Abendverantwortliche zu bezeichnen, die in telefonischem Kontakt mit den Behörden stünden. Dies erlaube, jederzeit miteinander in Kontakt zu treten und Meldungen rasch nachzugehen. «Das Ereignistelefon erlaubt eine verbindliche Kommunikation zwischen der Einsatzzentrale der Kantonspolizei und dem Veranstalter», hob Willi Manuel hervor.

Das Security-Konzept setze in erster Linie auf Freiwilligkeit, heisst es weiter. Mit dem Einverständnis des verantwortlichen Betriebs werde es in die Überzeitbewilligung integriert. Falls ein Betrieb sich nicht einverstanden erklärt, werden spezifische Massnahmen eingeleitet. «Eine Verpflichtung wird in einer oder anderen Form stattfinden», ging Regierungsstatthalter Christoph Lerch darauf ein. Die genannten Organisationen sind überzeugt, dass das nötige Bekenntnis sämtlicher betroffener Betriebe für eine attraktive und sichere Ausgehmeile vorhanden ist. Im Einzelfall kann das Regierungsstatthalteramt nach Gastgewerbegesetz verfügen.

Problem Littering

Die Beteiligten haben beschlossen, in einem nächsten Schritt gemeinsame Massnahmen gegen Littering und Abfälle zu prüfen. Bereits jetzt werde den Gastgewerbebetrieben als Sofortmassnahme ein Merkblatt zum Thema Littering und Abfälle verteilt (siehe Download).

Dieses zeige auf, welche Massnahmen von den Betrieben zur Verbesserung der Situation erwartet werden können: Verwendung von mobilen Aschenbechern im Aussenbereich, Verzicht auf Wildplakatierung, Massnahmen gegen die Mitnahme von Gläsern und Flaschen ab 00.30 Uhr aus dem Lokal, Verwendung von Pfand- und Mehrweggeschirr beim Verkauf über die Gasse etc.

Das Merkblatt diene in erster Linie der Sensibilisierung. Stefan Schwarz von der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün dazu: «Littering führt zu einem unattraktiven Erscheinungsbild. Klubbesitzer sorgen künftig selbst für die in ihrem Rahmen entstandenen Abfälle.» Die zuständigen Behörden würden die Umsetzung jedoch in den kommenden Monaten stichprobeweise überprüfen.

Mehr Kontrollen

Die Begleitung und Weiterentwicklung der Massnahmen erfolge an vierteljährlich stattfindenden Round-Tables zwischen Clubbetreibern und Behördenvertretern.

Der Vollzug bedinge schliesslich verstärkte Kontrollen durch die Orts- und Gewerbepolizei. Auch die Kantonspolizei werde ihre Präsenz im Perimeter zusätzlich erhöhen und weitere entsprechende Aktionen, unter anderem im Drogenbereich, durchführen.

Sollte sich das Vorgehen für den Perimeter Obere Altstadt Nord bewähren, werde der Pilot auf andere Stadtteile mit ähnlichen Problemen ausgeweitet.

jzu/cls

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