Naphthalin-Böden werden wohl ausgebaut

Belp

Im belasteten Mühlematt-Schulhaus werden weitere Messungen vorgenommen.

In diesem Schulgebäude musste drei Räume geschlossen werden.

In diesem Schulgebäude musste drei Räume geschlossen werden.

(Bild: Christian Pfander)

Nach neuerlichen Naphthalin-Messungen in der Schulanlage Mühlematt ist der Belper Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP) erleichtert. «Wir können weiter unterrichten.» Die Schule müsse nicht geschlossen werden, wie es andernorts schon der Fall gewesen sei. Ausserdem ist er zuversichtlich, dass in den belasteten Schulzimmern die Richtwerte mit entsprechenden Massnahmen künftig unterschritten werden können.

Im letzten Dezember wurde bekannt, dass Teile des Schulzentrums Mühlematt mit Naphthalin belastet sind. Schüler und Lehrer hatten über schlechte Luft geklagt, manche auch über gesundheitliche Probleme. Als Ursache wurde Naphthalin ausgemacht. Der Bestandteil von Teeröl wurde früher zur Isolierung von Böden verwendet. Das ist wahrscheinlich auch im Belper Schulhaus die Ursache für die belastete Luft.

Feine Nase

Als Sofortmassnahme wurden drei besonders stark belastete Räume geschlossen. Der Gemeinderat stellte zudem weitere Messungen in Aussicht. Am 3. Januar wurden in zehn Schulzimmern in allen sieben Schulhaustrakten Untersuchungen vorgenommen. Die Zimmer waren von einem Experten mit feiner Nase ausgewählt worden, der sämtliche Räume mit seinem Geruchssinn beurteilt hatte. Das sei ein gängiges Vorgehen, sagt Marti.

Das Ergebnis: In drei von sieben Trakten fanden sich erhöhte Werte von Naphthalin oder einem weiteren, ähnlichen Schadstoff. Betroffen sind der Altbau, die Primarschule und der Hauswirtschaftstrakt. «Es handelt sich um die ältesten Trakte der Schulanlage.» Deshalb werden dort nun Sofortmassnahmen ergriffen und Luftreinigungsgeräte installiert. Insgesamt 25 Geräte sollen in der Mühlematt zum Einsatz kommen.

Erfolgreiche Massnahme

Bereits in Betrieb sind die Geräte in den drei geschlossenen Zimmern – und das erfolgreich. Die Konzentration von Naphthalin von bis 79 Mikrogramm pro Quadratmeter habe auf 2 Mikrogramm gesenkt werden können. «Die Räume sind noch immer geschlossen», sagt Marti. Das müsse aber nicht zwingend so bleiben. «Jetzt haben wir aber eine neue Ausgangslage.»

Das gesamte Ausmass des Naphthalin-Problems wurde allerdings noch nicht abschliessend erfasst. Deshalb werden nun weitere Messungen vorgenommen, und zwar in sämtlichen Schulzimmern. Das Ziel ist klar: Alle Räume sollen frei von Schadstoffen sein. Dafür wird ein Sanierungskonzept erarbeitet. Marti: «Es ist wohl unausweichlich, dass die Unterlagsböden entfernt werden.»

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