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Blumen Maarsen: «Nehmt uns unsere Livekamera nicht weg»

Ein Verwaltungsratsmitglied des Stadtberner Blumenladens Maarsen erklärt,wieso die Angestellten gefilmt werden.

Kunden werden nicht gefilmt: Die Kamera ist auf Maarsens Showbinderei gerichtet.
Kunden werden nicht gefilmt: Die Kamera ist auf Maarsens Showbinderei gerichtet.
Screenshot Blumen Maarsen

Überwachungskameras sind ein heikles Thema. Entsprechend hohe Wellen schlug ein Artikel auf «20min.ch», der rege kommentiert wurde. Im Berner Blumengeschäft Maarsen würden die Angestellten den ganzen Tag bei ihrer Arbeit gefilmt und live im Internet gestreamt, heisst es darin. Laut einem Sprecher des Datenschutzbeauftragten verletze dies die Privatsphäre der Mitarbeiter und sei «weder verhältnis- noch zweckmässig».

Das wäre richtig, wenn die Kamera zu Überwachungszwecken eingesetzt würde, entgegnet Stefan Minder, Verwaltungsratsmitglied bei Maarsen, auf Anfrage. «Es geht aber um Spass, um Infotainment, und alle Angestellten sind einverstanden.» Laut Minder läuft die Liveübertragung auf der Website des Geschäfts seit 2003 und war zu Beginn technisch noch herausfordernd.

Die Motivation für den Stream: «Wir wollen unseren Laden und unser Handwerk im virtuellen Laden zeigen wie im echten.» Als kleines Geschäft brauche man kreative Ideen, um im Internethandel zu bestehen. Weil klar sei, dass Kunden nicht gefilmt werden dürften, sei die Showbinderei mit der Kamera räumlich klar abgetrennt.

Minder erinnert daran, dass in den Radiostudios von SRF oder von Lokalradios Kameras stehen und man den Moderatorinnen und Moderatoren auf den Websites bei der Arbeit zusehen könne. «Wenn sie das dürfen, dann dürfen wir dies ganz sicher auch», sagt Minder. Bedingung sei natürlich, dass alle Angestellten damit einverstanden seien.

Das Ganze könne natürlich zu Problemen führen, sagt Minder gleich selber, «beispielsweise dann, wenn jemand plötzlich nicht mehr gefilmt werden möchte oder wenn eine kritische Person behaupten würde, sie sei wegen ihrer Kamerascheu nicht angestellt worden».

Die Maarsen-Belegschaft funktioniere aber wie eine Familie, und alle fänden die Liveübertragung eine gute Sache. «Wir haben Freude an unserer Livekamera, nehmt sie uns nicht weg.»

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