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Neue Schule trotz Finanzkrise?

Die Rechnung 2009 der Gemeinde Bolligen weist ein happiges Defizit von 1,25 Millionen Franken auf. Damit schliesst das Ergebnis 1 Million schlechter als budgetiert. Eine Steuererhöhung könnte zum Thema werden.

Die Sanierung der Schule Flugbrunnen ist einer der teuersten Budgetposten. Die Gemeinde prüft, ob ein Neubau günstiger wäre.
Die Sanierung der Schule Flugbrunnen ist einer der teuersten Budgetposten. Die Gemeinde prüft, ob ein Neubau günstiger wäre.
Adriana Bella

Die Prognosen für die Bolliger Finanzen sind bereits düster: Hohe Investitionen werden zu Defiziten führen. Das Eigenkapital von heute 4,2 Millionen Franken wird komplett aufgebraucht und im Jahr 2014 zu einem Minus von 620'000 Franken werden. So sieht es zumindest der aktuelle Finanzplan vor. Nach dem Rechnungsergebnis fürs Jahr 2009 verschärft sich die Lage noch: Bolligen hat ein Minus von 1,25 Millionen Franken erwirtschaftet. Budgetiert war ein Verlust von 250'000 Franken.

Tiefere Steuereinnahmen

«Es ist nicht erfreulich, dass das Budget um eine Million Franken überschritten wurde», sagte Finanzchef Peter Pfenninger (FDP) gestern vor den Medien. «Aufwand und Ertrag waren wie geplant», erläuterte Finanzverwalterin Maja Burgherr, «aber die Steuererträge fielen tiefer aus als vorgesehen.» Was sich negativ auswirkte: Nach der definitiven Veranlagung der Steuern musste die Gemeinde Geld an natürliche und juristische Personen zurückbezahlen. Von den natürlichen Personen wurden 739'000 Franken weniger eingenommen als budgetiert, von den juristischen Personen 913'000 Franken weniger. Ein Teil der Ausfälle konnte durch vorhandene Reserven aufgefangen werden. 500'000 Franken konnten in die Rechnung verschoben werden. Mit insgesamt 16,4 Millionen Franken liegen die Steuereinnahmen nun 937'000 Franken unter den Erwartungen.

Letztes Jahr schlugen Investitionen in Bildung und Verkehr zu Buche, etwa die Flachdach-, Boden- und Fenstersanierung in der Schule Flugbrunnen (104'000 Franken) oder die Sanierung der Dorfstrasse Habstetten (196'000 Franken). Diverse Investitionen wurden wegen verzögerter Planung noch nicht ausgeführt, weshalb anstatt 3,7 Millionen bloss 2,3 Millionen Franken investiert wurden. Hätte die Gemeinde wie vorgesehen investiert, wäre das Defizit also noch massiv höher.

Steuererhöhung kein Tabu

Finanzchef Pfenninger erinnerte an die Legislaturziele, die Schulden bei 10 Millionen Franken und den Steueransatz bei 1,4 Einheiten zu halten. Doch schon jetzt sind die Schulden auf 14 Millionen Franken gestiegen. Ein Rezept, wie die Finanzen ins Lot gebracht werden können, hatte der Gemeinderat gestern noch nicht. «Ich gehe davon aus, dass auf 2011 noch keine Steuererhöhung nötig ist», so Pfenninger. «Längerfristig könnte dies aber zum Thema werden.»

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