Neues Restaurant für die Herrengasse

Bern

Dave Wälti vom Restaurant Eisblume, Dario Zbinden von Ragaz Catering und Thomas Enzen vom Glacémobil S-Enzen eröffnen in der Berner Herrengasse das Restaurant Monsieur Sûfan.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Das Lokal an der Herrengasse 10 ist ein hartes Pflaster. Zwar liegt es in der Altstadt, aber die Strasse steht nicht auf der Karte von Touristen und hat auch sonst wenig Passantenfrequenz. Deshalb erlebte das Lokal in den letzten Jahren zahlreiche Wechsel und kulinarische Angebote: Im Fariboles ass man Canapés, das Projekt Zwöi Feissi Meitli verkaufte Flammkuchen, zwischenzeitlich war hier ein Saftladen und wohl am besten funktionierte es, als die Herrenbar darin geschäftete.

Zeitweise übernahmen die Hausbesitzer selber und führten es als Weinhandlung und Bar. Zuletzt übernahm Thomas Enzen mit seinem Glacémobil S-Enzen von einem Kunstcafé und produziert hier seine Glacés, die er auf der Münsterplattform verkauft. «Ich habe einen zentralen Standort gesucht, um Transportwege kurz zu halten», sagt der 36-Jährige.

Gefunden hat er jetzt auch zwei Geschäftspartner, um ein Gastroprojekt zu lancieren: Dario Zbinden, der in den letzten Jahren bei Ragaz Catering war, und Dave Wälti von der Eisblume in Worb. Das Sternerestaurant wird per Ende Januar schliessen, weshalb der Souschef Wälti nicht in Bern präsent sein wird, sondern primär konzeptionell mitarbeitet. Die Rezepte stammen von ihm, kochen wird der 31-jährige Zbinden. Für die zwei ist es nicht das erste gemeinsame Projekt: Mit dem Verein Gustus organisieren sie Foodfestivals und kulinarische Events.

Kleines Lokal, kleines Menü

In der Herrengasse setzt das Trio auf ein Hybridkonzept: Mittags gibt es Suppe, jeweils ein Wochenspezial und eine Tagessuppe. «Da unser Projekt über die Wintermonate läuft, passt Suppe natürlich gut», so Enzen. Am Nachmittag machen die Männer dicht, um abends dann ein kleines Restaurant zu betreiben. Klein, weil sie im Erdgeschoss gerade mal 12 Sitzplätze haben, aber auch wegen ihrer Karte: Aus gerade mal neun Gerichte mit französischen Namen wie «Poisson Picasso» wählt der Gast.

«Bei uns wird das Essen geteilt», sagt Wälti. Alle Gerichte sind unter 14 Franken und werden in kleineren Mengen serviert, damit man einige Gänge ausprobieren kann. Frische und Regionalität sei ihnen wichtig, betonen sie. Die Forelle kommt aus Rubigen, das Fleisch von Simperls in Gümligen, das Gemüse aus dem Kanton Bern und das Bier aus Worb.

Schlürfen, trinken, saufen

Getauft hat das Trio ihr Projekt Monsieur Sûfan. Das altdeutsche Wort sufan bedeute schlürfen, trinken und saufen. Ums Trinken geht es nämlich im Keller, der nicht bedient ist. «Wir könnten das mit nur zwei Leuten nicht stemmen», gibt Enzen zu. «Damit die Gäste nicht zu oft hochkommen müssen, schenken wir mehr Wein aus», sagt Zbinden.

Während sie die Bar im Untergeschoss so belassen, haben sie den Raum oben umgestaltet, die Küche ist voll funktionstüchtig und die Betriebsbewilligung vorhanden. Am 5. November geht es los. Bereits hätten sie Anfragen für Firmenessen, können von den Kunden des Weihnachtsmarkts im Dezember profitieren und ab März übernimmt Thomas Enzen wiederum das Lokal für seine Gelati-Produktion.

Berner Zeitung

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