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Neuzuzüger zahlen mehr Steuern

Die Bewohner von neuen Überbauungen zahlen mehr Steuern als die Stadtberner im Durchschnitt. Der Gemeinderat folgert daraus, dass durch Stadterweiterungen und Verdichtungen generell mehr Steuern generiert werden können.

Die Hardegg-Siedlung: Attraktiv für Neuzuzüger.
Die Hardegg-Siedlung: Attraktiv für Neuzuzüger.
Nadia Schweizer

Führt der Bau von neuen teuren Wohnungen in der Stadt auch zu mehr Steuereinnahmen? Durchaus, kommt der Stadtberner Gemeinderat aufgrund einer grossen Menge an Daten zum Schluss.

Die Zahlen wurden zusammengestellt, um einen Vorstoss der SP-Stadtratsfraktion beantworten zu können. Die SP wollte wissen, ob neue Wohnungen steuerkräftige Bewohner anlocken. Die Partei bezieht sich auf Ostermundigen, wo Steuereinnahmen und Einwohnerzahl nicht im gleichen Mass gestiegen seien. Ein möglicher Grund sei, dass Personen aus der Gemeinde in die neuen Wohnungen ziehen würden, nicht Auswärtige. Die frei werdenden, günstigeren Wohnungen würden dann von steuerschwächeren Neuzuziehenden bezogen. Die SP erwähnt zudem eine Erhebung aus Luzern, wonach der Bau von teurem Wohnraum nicht zwingend zu mehr Steuereinnahmen führte.

Für die Stadt Bern geht der Gemeinderat davon aus, dass durch Verdichtung und Stadterweiterungen durchaus zusätzliches Steuergeld generiert wird und Neuzuzüger angelockt werden. Er beruft sich dabei auf drei Erhebungen der Steuerverwaltung und der Statistikdienste:

Eine Auswertung aus dem Jahr 2009 zeigt, dass 39 bis 57 Prozent der Bewohner der neuen Überbauungen Weissenstein Hardegg, Brünnen und Schönberg-Ost neu nach Bern gezogen waren.

Zugezogene Steuerpflichtige versteuern deutlich höhere Einkommen als der Durchschnitt der Stadt Bern. So lag das Steuereinkommen der Zugezogenen in der Überbauung Weissenstein in Eigentumswohnungen im Schnitt bei 95'000, in Mietwohnungen bei 67'000 Franken. Zum Vergleich: Der Schnitt des steuerbaren Einkommens in Bern liegt bei 42'000 Franken.

Mit neuen Wohnungen können steuerkräftige Einwohner auch gehalten werden. Dies zeigt ein Blick auf den Median des steuerbaren Einkommens in den Grossüberbauungen. Median bedeutet, dass 50 Prozent der Werte oberhalb und 50 Prozent unterhalb dieses Werts liegen. Am meisten Einkommen versteuern die Einwohner der neuen Siedlungen. Insbesondere im Schönberg-Ost, wo auch Stadtpräsident Tschäppät (SP) wohnt.

Am dichtesten im Spitz

Erhoben hat die Stadt auch, welche Quartiere wie dicht bewohnt sind. Am «engsten» ist es im Spitalacker im Stadtteil V (Breitenrain-Lorraine) mit 267 Personen in einer Hektare Wohnzone. Am meisten Platz gibt es im roten Quartier (Bahnhof-Käfigturm) mit 31 Personen pro Hektare Wohnzone.

Das Quartier mit dem höchsten Median an steuerbarem Einkommen (59'100 Fr.) ist das Gryphenhübeli (Kirchenfeld-Schosshalde), jenes mit dem tiefsten Wert (19'200 Fr.) das gelbe Quartier (Zytglogge-Käfigturm). Die Einwohner der Stadtteile Innere Stadt und Bümpliz versteuern am wenigsten.

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