Zum Hauptinhalt springen

Nichts ist leichter als Laufen

Gut 32'000 Läuferinnen und Läufer starten zum Grand Prix von Bern, die Hälfte von ihnen stürzt sich auf die 16-Kilometer-Runde. Was man spätestens am Aargauerstalden auf keinen Fall vergessen sollte: das Hirn auszuschalten.

Jürg Steiner

Was zum Teufel hat mich dazu gebracht, hier zu stehen? Das ist die existenzielle Frage, am Samstag am späteren Nachmittag auf der Papiermühlestrasse in mutmasslich schon feuchten Laufschuhen unter dunklem Himmel in einem der elf Startblöcke. Die «schönsten zehn Meilen der Welt»! Oh my god!

Leere Blicke, nervöse Gesichtszuckungen, obsessives Kontrollieren der Pulsuhr. Auch wenn es keiner und keine zugibt: Was hier in teurer Funktionskleidung herumsteht, ist der Sugo der Leistungsgesellschaft. Niemand, der nicht insgeheim hofft, die Zeit aus dem Vorjahr zu unterbieten – obschon man auch dieses Jahr zu wenig trainiert hat: Das ist Effizienzdenken in Reinkultur, das jeden Ökonomen in Ekstase versetzen müsste.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen