Nun wird der Kreisel doch saniert

Kappelen

An der letzten Gemeindeversammlung wurde sie noch zurückgewiesen, nun sagte eine klare Mehrheit Ja zur Sanierung des Kreisels.

Um ihn ­drehen sich seit Jahren Diskussionen: Der Käsereikreisel in Kappelen.

Um ihn ­drehen sich seit Jahren Diskussionen: Der Käsereikreisel in Kappelen.

(Bild: Franziska Rothenbuehler)

Seit 24 Jahren gibt es in Kappe­len den Käsereikreisel. Und seit ebenso langer Zeit drehen sich in der 1369-Seelen-Gemeinde die Diskussionen um ihn. Bereits kurz nach dem Bau 1994 befand man im Dorf, wo viele Landwirtschaftsfahrzeuge unterwegs sind, den Kreisel als unnötig. Viele wünschten ihn sich daraufhin wieder weg.

Die Massnahme blieb aber stets bestehen – bis letzten November die Kappeler die Möglichkeit eines Rückbaus wieder zum Thema machten. Der Gemeinderat gelangte damals mit einem Kreditantrag über 190 000 Franken zur Sanierung des Kreisels an die Versammlung. Mit 24 zu 21 Stimmen wies diese das Geschäft allerdings zurück mit dem Auftrag, ein Sanierungsprojekt vorzulegen, welches in diesem Strassenbereich keinen Kreisverkehr mehr vorsieht.

Rückbau teurer als Sanierung

So weit wird es nun aber doch nicht kommen. Der Gemeinderat rechnete am vergangenen Freitagabend der Versammlung vor, wie viel der Rückbau des Kreisels kosten würde. Es wären 304 000 Franken und damit gut 100 000 Franken mehr als die Sanierung.

Dies aufgrund des dafür nötigen Landerwerbs, der Verlegung von Leitungen sowie wegen Baumeisterarbeiten. Die Versammlung willigte schliesslich ein und sprach sich mit 54 zu 7 Stimmen für die vom Gemeinderat vorgeschlagene Sanierung aus. Die Arbeiten starten im Herbst.

So eindeutig das Resultat auch scheinen mag: Ganz ohne Diskussionen verlief die Gemeindeversammlung auch diesmal nicht. So zeigten sich einige Kappeler mit der Bewertung des Gemeinderats gar nicht einverstanden. Der Kreisel habe eine andere Aufgabe und Haltedauer als eine reguläre Strasse.

«In der Schweiz gibt es wohl keinen vergleichbaren Kreisel.»Votant

Ob diese anderthalbmal so lange halte wie der sanierte Kreisel, sei auch ungewiss, konterte der Gemeinderat. «Da wäre der Blick in die Kristallkugel nötig», so Gemeindeschreiber Thomas Buchser. Ein Votant meinte, es gebe in der Schweiz wohl keinen vergleichbaren Kreisel.

Auch die Höhe der Sanierungskosten von 190 000 Franken gab zu Diskussionen Anlass. Aus der Versammlung wurde erneut ein Rückweisungsantrag gestellt, verbunden mit der Aufforderung zur Planung einer kostengünstigeren Variante. So, sagte einer der 66 anwesenden Kappeler (6,5 Prozent der Stimmberechtigten), könne die Wirtschaftlichkeit des Bauwerks erhöht werden. Der Antrag blieb ohne Erfolg. Und somit besteht der Kreisel weiterhin – und mit ihm wohl auch die Diskussionen.

Berner Zeitung

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