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Nussbaumers Knochenjob bringt Hundeforscher weiter

Das Naturhistorische Museum Bern besitzt die grösste Sammlung von Hundeschädeln weltweit. Sie dient der Wissenschaft und ist nicht öffentlich zugänglich. Der Zoologe Marc Nussbaumer ist seit bald 40 Jahren Schirmherr der toten Haustiere.

Marc Nussbaumer fährt mit dem Lift tief unter die Erde. Dort angekommen, öffnet er eine dicke Stahltüre, die in einen kalten Raum führt. Es müffelt, ein unangenehmer Geruch schleicht um die riesigen Rollschränke. Ein Rad wird schwungvoll gedreht, und einer der Spindkolosse öffnet sich langsam. 3000 Hundeschädel – ohne Fleisch am Knochen – von über 200 verschiedenen Rassen lagern hier im Untergeschoss des Naturhistorischen Museums. In anderen Holzkisten liegen Zigtausende von Hundeknochen. Es ist die grösste Sammlung weltweit. Marc Nussbaumer ist seit 38 Jahren Schirmherr der toten Haustiere. Der 62-Jährige hat Zoologie studiert. Und sein Faible für Hundeschädel hat seine Doktorarbeit beeinflusst. Das Thema: «Die Abwärtskrümmung des Gesichtsschädels bei Hunderassen auf Kiefer und Gehirnkapsel». Als spezialisierter Archäozoologe hat Nussbaumer noch einen anderen Knochenjob. Werden vom Archäologischen Dienst irgendwo Knochen ausgegraben, landen sie auf Nussbaumers Tisch. Er ordnet sie zu, nach Spezies und Alter. Die ältesten Hundeschädel, die Nussbaumer untersucht hat, stammen aus der Jungsteinzeit, sind über 5000 Jahre alt.

Forscher aus aller Welt

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