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Ohne Hochwasserschutz bleibt der Stau

Für den Sense-Hochwasserschutz spannt die Gemeinde mit Bösingen zusammen. Der Wasserplan ist eng mit der Laupner Verkehrssanierung verbunden. Wird diese realisiert, werden beide Gemeinden von Stau entlastet.

Der Bahnhof Laupen soll flussaufwärts verlegt werden, die Barrieren verschwinden. So gibts keinen Stau.
Der Bahnhof Laupen soll flussaufwärts verlegt werden, die Barrieren verschwinden. So gibts keinen Stau.
Urs Baumann

Hochwasserschutz, Verkehrssanierung und Ökologie sind in Laupen eng miteinander verbunden. Im Klartext: Das eine kann nicht ohne das andere realisiert werden. Beispielsweise würde der Bau einer neuen Sensebrücke in Laupen ermöglichen, dass im Fall eines Hochwassers mehr Wasser abfliessen kann.

Das Flussbett der Sense würde breiter und das Ufer ökologisch aufgewertet. Dafür müsste man aber, wie schon lange geplant, den Bahnhof einige Hundert Meter flussaufwärts zu verlegen. Das hätte zur Folge, dass die Barriere vor der Brücke nicht stündlich mehrmals den Verkehr blockieren und Stau verursachen würde.

Hochwasserschutz und Verkehrssanierung Laupen

Diese Zusammenhänge zeigten Gemeindevertreter und Projektverantwortliche an einer Infoveranstaltung in Bösingen auf. Die Sensler Gemeinde will beim Hochwasserschutz mit Laupen zusammenspannen. «Nicht ein einziger Punkt von Hochwasserschutz und Verkehrssanierung kann isoliert realisiert werden«, sagte Gesamtprojektleiter Jürg Hänggi in der vollen Aula der Schule Bösingen.

Unzufriedene Bauern

Michael Thalmann vom Ingenieurbüro CSD in Liebefeld stellte die Pläne ausführlich vor. Ein wichtiger Punkt ist die Aufweitung des Gewässerraums, wovon das Gemeindegebiet von Bösingen stärker betroffen ist als jenes von Laupen. Denn dort ist die Sense durch die Sensetalbahn­linie und die Hauptstrasse begrenzt. Weil der zukünftige Gewässerraum heute als Landwirtschaftsland genutzt wird, ergibt sich ein Interessenkonflikt: Die Parzellen dürfen nur noch extensiv bewirtschaftet werden.

Ein Landwirt meinte: «Wir Landeigentümer müssen Haare lassen. Der Kanton subventioniert dieses Projekt, und die Bauern müssen Land opfern.» Ein anderer bemängelte, dass die Landwirte für ihr Land keinen Real­ersatz erhalten. Er kritisierte, dass das Wasserbauprojekt nur deshalb so grosszügig geplant werde, weil es von Kanton und Bund zu 95 Prozent subventioniert sei (siehe Infobox).

Der Laupner Gemeindepräsident Urs Balsiger (SVP) versicherte, dass man in Verhandlungen mit den betroffenen Land­besitzern sei und eine einvernehmliche Lösung suche. «Statt Realersatz könnten wir beispielsweise Bodenverbesserung anbieten», sagte er. Und: «Schliesslich kommen das Hochwasser- und Verkehrsprojekt allen zugute.»

Wanderweg gefährdet

Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Erweiterung des Gewässerraums auf beidseitig je 50 Meter der Sense ist der beliebte Wanderweg auf Bösinger Seite gefährdet. Das schmale Fussweglein auf dem Damm führt die Sense entlang von Laupen bis Neuenegg. Nach der Verwirklichung des Hochwasserschutzprojekts wird es sich mitten im dynamischen Flussbereich befinden.

Mit der Zeit wird es voraussichtlich verschwinden, das heisst, vom Wasser weggefressen werden. Es ­werde deshalb einen neuen Wanderweg ausserhalb des Gewässerraums geben, versprachen die Projektverantwortlichen. Sie sicherten ebenfalls zu, dass Standorte von Amphibien und Repti­lien nicht nur geschützt, sondern sogar aufgewertet werden sollen.

Mit dem Informationsabend ist die öffentliche Mitwirkung für das Hochwasserschutzprojekt gestartet. Die Bevölkerung kann bei ihren Gemeinden online oder auf Papier ihre Meinung kundtun. Sämtliche Unterlagen sind online und auf den Gemeinde­verwaltungen zur Einsichtnahme aufgelegt.

Pläne, Berichte, Fragebogen:Die Mitwirkung läuft bis Freitag, 21. April.

www.laupen.ch / www.boesingen.ch

Das übergeordnete Projekt: www.sense21.ch.

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