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20 Millionen für die Ortsdurchfahrt

Die Verkehrsprobleme in Münsingen werden ab 2021 endgültig angegangen: Der Regierungsrat hat einen Kredit von knapp 20 Millionen Franken für die Sanierung der Ortsdurchfahrt bewilligt.

Jeden Tag zwängen sich über 18'000 Fahrzeuge durch das Zentrum von Münsingen.
Jeden Tag zwängen sich über 18'000 Fahrzeuge durch das Zentrum von Münsingen.
Beat Mathys

Der Artikel in der Berner Zeitung liess keine Zweifel offen: «Die Münsinger Ortsdurchfahrt wird saniert, das steht fest», stand geschrieben. Weil: «20000 Fahrzeuge fahren täglich durch Münsingen.» Regelmässig komme es in den Hauptverkehrszeiten zu langen Staus. «Darum ist die Ortsdurchfahrt von Münsingen für den Kanton ein Sanierungsfall.»

Jedes Wort im Text ist richtig, nur: Er stammt vom 20. Januar 2001. Bis die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Münsingen tatsächlich beginnt, werden zwanzig Jahre vergangen sein. Anfang 2021 ist es so weit. Das teilte der Kanton Bern am Donnerstag mit. Der Regierungsrat sprach einen Kredit von 19,7 Millionen Franken.

Es klingt jetzt wie damals: «Stark belastet, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden» sei das Zentrum, schreibt der Kanton. Damit das hohe Verkehrsaufkommen bewältigt werden könne, müsse die Strasse saniert werden. Eine kleine Änderung gegenüber 2001: Es sind noch 18000 Fahrzeuge, die sich Tag für Tag durch Münsingen wälzen.

Nicht mehr stehen

In seiner Wohngemeinde Belp, sagt Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP), würden täglich 17000 Autos durchs Dorf fahren. «Da läuft der Verkehr manchmal zähflüssig. Aber in Münsingen steht er.» Die Massnahmen würden die Probleme beheben, ist er überzeugt. Zusammen mit weiteren Elementen will Münsingen die Verkehrsprobleme beheben. Da ist die Entlastungsstrasse Nord, welche die Münsinger Stimmbevölkerung 2017 knapp gutgeheissen hat. Und da ist der Umbau des Bahnhofs, der auf einen Viertelstundentakt ausgerichtet werden soll.

«Wir versuchen, die Probleme ganzheitlich anzugehen», sagt Münsingens Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne). Also mit Lösungen auf der Strasse und der Schiene. «Nur so erzielen wir die beste Wirkung.»

Langsamer, aber flüssiger

Die Bauarbeiten beginnen am Kreisel im Dorfzentrum, der vergrössert und etwas verschoben wird. Dann wird die Entlastungsstrasse gebaut, erst danach folgt die eigentliche Sanierung der Ortsdurchfahrt. Die Arbeiten sollen bis 2024 dauern.

Eine zentrale Massnahme auf der Ortsdurchfahrt ist Tempo 30. «Damit wird der Verkehr zwar verlangsamt, aber dafür verflüssigt», so Moser. Die Parkplätze entlang der Strasse bleiben teilweise erhalten. An den Ortseingängen bei Bern-, Tägertschi- und Thunstrasse werden Pförtneranlagen eingerichtet. Sie können den Verkehr dosieren. Damit sei auch zu Spitzenzeiten ein stetiger Verkehrsfluss garantiert. «Diese Anlagen werden dank der Entlastungsstrasse wohl nur in Ausnahmesituationen gebraucht.»

Eine weitere Verbesserung sollen separate Busspuren bei den Ortseingängen bringen. Auf der Ortsdurchfahrt hält der Bus auf der Fahrbahn. So könnten die Fussgänger die Strasse sicher überqueren, während hinter dem Bus die Autos hielten. Zur Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern sollen zudem ein breiter Mittelstreifen sowie Querungszonen beitragen. (rei)

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