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Ortsplanungsrevision nähert sich der Volksabstimmung

Ländlich bleibt ländlich, städtisch wird dafür städtischer: Auf dem Gurtenturm führte der Gemeinderat gestern vor, was die neue Ortsplanung bringen soll. Im November wird abgestimmt.

Gipfeltreffen auf dem Gurten: Ueli Studer, Rita Haudenschild und Katrin Sedlmayer, dahinter Schliern und zur Rechten das grüne Band.
Gipfeltreffen auf dem Gurten: Ueli Studer, Rita Haudenschild und Katrin Sedlmayer, dahinter Schliern und zur Rechten das grüne Band.
Urs Baumann

Gemeindepräsident Ueli Studer (SVP) begrüsste die Medien gestern Morgen ausdrücklich «hier in Köniz, hier auf dem Gurten». Der Hügelzug, der gerne Berner Hausberg genannt wird, aber bereits voll und ganz auf Könizer Boden steht, war für den Auftritt bewusst gewählt: Zusammen mit seinen beiden Gemeinderatskolleginnen Rita Haudenschild (Grüne) und Katrin Sedlmayer (SP) wollte Studer kräftig die Werbetrommel für die neue Ortsplanung rühren.

Das Werk mit Baureglement und Zonenplan wird ab Mitte nächster Woche öffentlich aufgelegt. An die Urne kommt es vor­aussichtlich Ende November.

Dichter, höher

Auf der Aussichtsplattform des Gurtenturms hatten Studer und seine zwei Kolleginnen leichtes Spiel. Wenn sie von den «vielfältigen Landschaften» schwärmten, die es zu bewahren gelte, genügte zur Illustration ein Blick in die Tiefe mit den städtisch geprägten Quartieren im Vordergrund. Es folgte das grüne Band, jener freie, eben grüne Streifen also, der von Wabern über das Köniztal bis hin­über ins Wangental reicht und eine scharfe Trennlinie zwischen dem urbanen und dem ländlichen Teil der Gemeinde zieht. Der Blick schweifte weiter über das sanfte Hügelland mit seinen Dörfern und Weilern und verlor sich am Schwarzwassergraben.

Das grüne Band. Einmal mehr strichen die Könizer Behördenvertreter gestern den Wert dieser Grenze hervor, die die Gemeinde erstens vor einem unkontrollierten Wuchern der Siedlungen bewahre und ihr zweitens den Wakkerpreis eingebracht habe. Sie taucht in der Ortsplanung als genau umrissenes Schongebiet auf, das der Landwirtschaft vorbehalten sei und später allenfalls auch für Freizeitanlagen geöffnet werden könne. Ansonsten verfolgt Köniz Ziele, wie sie für Agglogemeinden von heute typisch sind.

Neuer Raum zum Wohnen und Arbeiten soll bevorzugt im heutigen Baugebiet entstehen. Mal darf dichter gebaut werden als heute und mal höher, weiter sollen an Lagen, die ohnehin bereits mit Wasser, Strom und öffentlichem Verkehr erschlossen sind, vermehrt Baulücken geschlossen werden. Die grüne Wiese dagegen wollen die Behörden möglichst schonen, auch wenn der Kanton in diesem zentralen Teil der Agglo Bern gerne eine etwas grössere Baulandreserve sähe.

Denn gleichzeitig hat das Gemeindeparlament vor Jahren verlangt, dass Einzonungen stets mit Auszonungen in gleichem Ausmass ausgeglichen werden müssen. Und diesen Anspruch kann die neue Ortsplanung erfüllen.

«Breit abgestützt»

Ortsplanungen haben in der Region Bern generell keinen leichten Stand in der Bevölkerung. Das Nein in Muri vor fünf Jahren führte es exemplarisch vor Augen. Studer zeigte sich trotzdem optimistisch, die Stimmenden mit Blick auf den Urnengang im Spätherbst überzeugen zu können. Zu breit abgestützt sei das Werk politisch – davon zeuge nicht zuletzt «das einstimmige Ja» des Gemeinderats.

Bis es so weit ist, bleibt noch einiges zu tun. Studer sagte offen, dass der Zeitplan gedrängt sei: Weil das neue kantonale Baugesetz erst morgen Samstag in Kraft tritt, kann Köniz die Ortsplanung auch erst jetzt auflegen. Die Einsprachenverhandlungen müssen dann bis zu den Sommerferien über die Bühne gehen. Die Parlamentsdebatte ist für September geplant.

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