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Ein Veganerbus für die Schützenmatte

Die Zwischennutzung auf der Schützenmatte wird mit einer Kaffeerösterei und einem Restaurant im Stil eines Speisewagens ergänzt. Dahinter stecken der vegane Koch Kevin Schmid und seine zwei Brüder.

Claudia Salzmann
Zino Gemsch und Kevin Schmid von Outlawz ziehen ins Lokal vom Kung Fu Burger in der Speichergasse.
Zino Gemsch und Kevin Schmid von Outlawz ziehen ins Lokal vom Kung Fu Burger in der Speichergasse.
Claudia Salzmann
Den Bus, welcher gut sichtbar über der Schütz drohnt, haben sie zum Diner umgebaut.
Den Bus, welcher gut sichtbar über der Schütz drohnt, haben sie zum Diner umgebaut.
Claudia Salzmann
Die Outlawz-Macher tüfteln an veganen Speisen und haben sich so einen Namen gemacht. Im Bild Mozzarella-Fingers.
Die Outlawz-Macher tüfteln an veganen Speisen und haben sich so einen Namen gemacht. Im Bild Mozzarella-Fingers.
zvg
Oder Spare Ribs ganz ohne tierische Produkte.
Oder Spare Ribs ganz ohne tierische Produkte.
zvg
Und sogar ein Ei, das er mit molekularer Hilfe sehr nahe ans tierische Pendant hinbrachte.
Und sogar ein Ei, das er mit molekularer Hilfe sehr nahe ans tierische Pendant hinbrachte.
zvg
Kevin Schmid startet mit seinen veganen Projekten durch.
Kevin Schmid startet mit seinen veganen Projekten durch.
Nicole Philipp
Den Foodtruck hatten sie etwas mehr als ein Jahr, nun wird er verkauft.
Den Foodtruck hatten sie etwas mehr als ein Jahr, nun wird er verkauft.
Christian Pfander
Während der Sommermonate verkaufte Schmid hier an der Mittelstrasse oder bei der Bar Peter Flamingo seine veganen Speisen.
Während der Sommermonate verkaufte Schmid hier an der Mittelstrasse oder bei der Bar Peter Flamingo seine veganen Speisen.
Christian Pfander
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Wer im Winter die Zwischennutzung auf der Schützenmatte besuchte, tat dies entweder im Zirkuszelt oder kehrte in die vegane Jurte ein. Die Betreiberin Sabine Ruch bleibt mit der Jurte vor Ort, doch im Zelt kommt es zu einem Wechsel. Ende Januar wird Kevin Schmid vom veganen Gastroprojekt Outlawz ein Restaurant eröffnen. Mit im Boot sind Zino Gemsch und Schmids Brüder Fabian und Denis mit ihrem Kaffeeunternehmen Drip Roaster.

Während die eine Hälfte des Zirkuszelts weiter als Bar betrieben wird, setzen die Brüder Schmid in der anderen ihr Konzept um: Besucher können hier den Kaffeeröstern und dem Koch bei der Arbeit zuschauen. Hinsetzen kann man sich hier zum Kaffee, auch ein kleiner Laden mit den Produkten ist geplant.

Gegessen wird in einem gelb-grünen Bus, der auf den zwei Containern vor dem Zelt zu stehen kommen wird und über eine Treppe zugänglich ist. Nach amerikanischem Vorbild soll es ein sogenannter Diner werden. Darunter versteht man ein Lokal, das an einen Speisewagen mit seinen engen Platzverhältnissen erinnert. Im Bus sind 40 bis 50 Sitzplätze geplant.

Ein Molekular-Ei

Schmid hat sich im letzten Jahr weit über Veganerkreise hinaus einen Ruf erarbeitet. Der Tüftler hat nun vegane Spareribs, Speck aus Auberginen und sogar molekulare Eier auf dem Menü. Die Ingredienzen bleiben allerdings die Geheimnisse des Kochs.

So zerfliesst das vegane Ei. Video: zvg

Weder die Menükarte noch die Preise hat er bisher publiziert, doch er habe für seinen Diner zahlreiche Reservationen erhalten. «So können wir besser planen», sagt Schmid. Er rechnet nicht damit, dass dieses Projekt einen Gewinn abwerfen wird. Zu gross sei der Aufwand, den Bus herzuschaffen und umzubauen.

Doch sein oberstes Ziel ist ein anderes: «Ich will den Leuten veganes Essen näherbringen. Für mich ist es das politischste Thema überhaupt.» Das macht er seit einem Jahr mit dem Foodtruck, bei dem er mit günstige Preisen anbot. «Niemand soll wegen des Geldes nicht bei mir essen können.»

Anders als sein besprayter Foodtruck, der in den Wintermonaten eingestellt ist, belässt er den Omnibus in den Originalfarben. Dieser dürfte – wie bereits das Zirkuszelt – mit der Zeit von Graffiti und Tags bedeckt werden. Für Schmid ist dies keine Sachbeschädigung: «Wir wollen sehen, was daraus entsteht», sagt der ehemalige Sprayer.

Baugesuch eingereicht

Die Schützenmatte soll mit dieser Zwischennutzung belebt werden. So wollen es der Stadtrat und der Gemeinderat. Vor Ort hält der Verein Platzkultur die Fäden zusammen. Der Regierungsstatthalter Christoph Lerch hatte dem Verein eine auf drei Monate befristete Betriebsbewilligung erteilt, gestützt auf das Gastgewerbegesetz.

Damit alles seine Richtigkeit hat, hat nun die Stadt Bern kürzlich ein Baugesuch für das «Aufstellen von Fahrnisbauten» eingereicht. Bislang sind keine Einsprachen beim Regierungsstatthalter eingegangen. Die Einsprachefrist läuft bis am 8. Februar.

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