Papiermühle: Die alten Häuser verschwinden

Ittigen

Die Gemeinde will bei der Papiermühlekreuzung zwei Grundstücke verkaufen und damit eine verdichtete Überbauung ermöglichen.

Auch das Haus an der Grauholzstrasse 3 steht vor dem Abbruch.

Auch das Haus an der Grauholzstrasse 3 steht vor dem Abbruch.

(Bild: Beat Mathys)

Markus Zahno

«Die Papiermühle ist so etwas wie die Visitenkarte von Ittigen», sagt Gemeindepräsident Marco Rupp (Bürgervereinigung). Hier steigen täglich Tausende Mitarbeitende der Bundesverwaltung und der Swisscom aus der S-Bahn aus. Und Hunderte Bewohner des Kappelisackerquartiers steigen auf den Bus um.

Im Moment ist die Papiermühlekreuzung eine Baustelle: Bis im Sommer 2017 entsteht ein grosser Kreisel, der das Verkehrschaos vermindern soll. Später wird sich das Gebiet auch städtebaulich verändern: Beim heutigen Restaurant Thalheim ist ein 47-Meter-Hochhaus geplant. Ob dieses möglich wird, entscheidet die Gemeindeversammlung frühestens im Winter, wie Marco Rupp gestern an einer Pressekonferenz erklärte.

Entscheid am 8. Juni

Auch die Gemeinde besitzt in der Papiermühle zwei alte Wohnhäuser. Jenes an der Grauholzstrasse 1 ist mittlerweile abgerissen. In jenem an der Grauholzstrasse 3 wohnt noch eine Mieterin. Diese wird das Haus in absehbarer Zeit aber ebenfalls verlassen müssen: «Wir sind im Gespräch mit ihr und suchen eine Lösung», sagt Gemeinderat Markus Künzi (Bürgervereinigung). Das Ziel sei, das Gebäude im Herbst oder Winter abreissen zu können.

Danach will Ittigen die beiden Parzellen verkaufen. Falls die Gemeindeversammlung am 8. Juni Ja dazu sagt.

900'000 Franken oder mehr

Auf dem Areal soll ein verdichteter Neubau mit fünf Stockwerken und 2000 Quadratmetern Geschossfläche entstehen. Möglich seien Dienstleistungs- und Büroflächen sowie kleinere Wohnungen, erklärt Markus Künzi.

Laut einem Gutachten kann die Gemeinde mit einem Verkaufserlös von mindestens 900'000 Franken rechnen, das wären 670 Franken pro Quadratmeter. Es werde aber nicht per se der Meistbietende zum Zuge kommen, sagt Künzi. An den Käufer würden in gestalterischer Hinsicht hohe Anforderungen gestellt – wie es sich für eine ansprechende neue Visitenkarte gehört.

Berner Zeitung

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