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«Parisienne und Bacardi passen nicht mehr zum Gurtenfestival»

Der Gurtenfestival-Chef gab ­bekannt, dass er sich spätestens in drei Jahren aus der Festival­leitung zurückziehen wird. Zunächst steht 2018 aber die grösste Erneuerung der letzten Jahre an.

Carlo Bommes zu den Änderungen auf dem Gelände.

Carlo Bommes, das Gurtenfestival wird künftig völlig anders aussehen. Warum?Carlo Bommes:Wir erhalten seit Jahren das Feedback, es sei zu eng am Festival. Wenn es ausverkauft ist, konnte man sich kaum be­wegen. Jetzt wollten wir etwas unternehmen.

Die Kapazität bleibt bei 20'000 Gästen pro Tag. Gilt das bloss nächstes Jahr, quasi als Test­phase, worauf nachher die Kapazität erhöht werden kann?Das Gurtenfestival beginnt beim Bahnhof Bern, die allermeisten Gäste kommen mit dem öffentlichen Verkehr. Und alle, die nicht zu Fuss gehen, müssen mit der Gurtenbahn hoch. Die Kapazität lässt sich gar nicht ausbauen. Es ist gut, dass es diese natürliche Grenze gibt.

Bacardi und Parisienne fallen als Sponsoren weg und damit ihre Festivalbauten.Auch andere Partner führen wir nicht weiter mit, nur kann ich ihre Namen nicht nennen, weil sie es noch nicht wissen.

Weshalb gehen die Partnerschaften nicht weiter?Weil sie nicht mehr zum Festival passen. Mittlerweile haben alle Festivals dieselben Partner. Das wollen wir nicht mehr. Wir lehnen eine lukrative Kooperation mit einem grossen Glace-Lieferanten ab, weil das Eis der Gelateria di Berna besser zu uns passt.

«Wir wollen die Leute nicht ­erziehen. Aber wir möchten nicht mehr, dass man einen Strohhut und ein Feuerzeug erhält, wenn man zwei Päckli Zigaretten kauft.»

Carlo Bommes

Wollen Sie die Konsumenten ausgerechnet beim Festival zum gesunden Leben verdonnern?Nein, wir wollen die Leute nicht erziehen, man darf weiterhin trinken und rauchen. Aber wir möchten dem Trend entgegenwirken, dass man einen Strohhut und ein Feuerzeug erhält, wenn man zwei Päckli Zigaretten kauft.

Auf dem Gelände des Gurtenfestivals wird es 2018 zahlreiche Änderungen geben.
Auf dem Gelände des Gurtenfestivals wird es 2018 zahlreiche Änderungen geben.
Beat Mathys
So sieht der Geländeplan für das Festival 2018 aus.
So sieht der Geländeplan für das Festival 2018 aus.
Hier bleibt alles beim Alten: Die Hauptbühne behält ihren aktuellen Standort.
Hier bleibt alles beim Alten: Die Hauptbühne behält ihren aktuellen Standort.
Raphael Moser
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Was wird aus den Tanzzelten?Wir bestimmen in unserem Clubzelt die Inhalte künftig selbst.

Wir bezahlen doch lieber weniger Eintritt und nehmen dafür ein paar Sponsoren in Kauf.Der Hauptgrund für die Preiserhöhung liegt in den gestiegenen Preisen für die Bands. Der Anteil der Sponsoren am Budget betrug bis anhin bloss 10 Prozent.

Braucht es für die Gelände­anpassung eine neue Bewilligung der Gemeinde?Wir suchen immer den Austausch mit der Gemeinde und dem Regierungsstatthalter, doch für die neue Nutzung braucht es keine angepasste Bewilligung.

Die neue Zeltbühne liegt weiter talwärts. Werden Wabern und Bern mehr Lärm beklagen?Lärm ist es ja sowieso nicht, es ist Musik. Was man weit hört, sind die Bässe. Und von diesen Emissionen waren nie die Konzerte auf der Hauptbühne oder der Zeltbühne das Problem, sondern von den Dance-Zelten. Auch wenn es in Thun ein dreitägiges Handörgelifestival gibt, haben nicht alle daran Freude. Vier Tage Gurtenfestival pro Jahr sind erträglich.

Sie übergeben das Gurtenfestival in wenigen Jahren an Simon Haldemann und Bobby Bähler. Haben die Neuerungen von 2018 einen Zusammenhang ­damit?Ich mache es nächstes Jahr zum 20. Mal, und ich werde nicht jünger. Ich will das Gurtenfestival jüngeren Kräften übergeben, die sich bereits jahrelang ins Zeug ­gelegt haben für das Festival und gute Ideen mitbringen.

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