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Pensionskasse: Deckungsgrad auf 93 Prozent erhöht

Die Pensionskasse der Stadt Bern soll 2019 auf das Beitragsprimat umgestellt werden. Spätestens 2051 soll die bestehende Deckungslücke behoben sein.

In den letzten drei Jahren konnte der Deckungsgrad der städtischen Pensionskasse von 79 auf 93 Prozent erhöht werden. Das freut auch Finanzdirektor Alexandre Schmidt.
In den letzten drei Jahren konnte der Deckungsgrad der städtischen Pensionskasse von 79 auf 93 Prozent erhöht werden. Das freut auch Finanzdirektor Alexandre Schmidt.
Andreas Blatter

In der Vernehmlassung stiess das Vorhaben, die Pensionskasse der Stadt Bern auf das Beitragsprimat umzustellen, auf Akzeptanz, doch es gab auch mahnende Worte und Zweifel, ob eine so komplexe Vorlage dem Stimmvolk freiwillig vorgelegt werden soll.

Das Gesamtpaket dürfe in der Debatte keinesfalls verschlechtert werden, warnten die einen. Andere Stimmen gaben zu bedenken, dass die laufende Ausfinanzierung der Kasse durch den Primatwechsel nicht tangiert werden dürfe.

Finanzdirektor Alexandre Schmidt bekräftigte, dass der im Jahr 2014 eingeschlagene Weg der Ausfinanzierung unverändert beibehalten werde. Der Primatwechsel erfordere keine neue Diskussion über die Behebung der Deckungslücke.

Der Weg zur Ausfinanzierung sieht vor, den Deckungsgrad von 100 Prozent spätestens im Jahr 2051 zu erreichen. Innert drei Jahren habe der Deckungsgrad bereits von 79 auf heute 93 Prozent gesteigert werden können, stellte Finanzdirektor Schmidt fest.

Primatwechsel unbestritten

Der Primatwechsel an sich blieb in der Vernehmlassung nach Angaben des Berner Gemeinderats vom Dienstag unbestritten. Äussern konnten sich die politischen Parteien, die Arbeitgeber- und Personalverbände sowie die acht der Pensionskasse angeschlossenen Betreibe.

«Anfang der Legislatur betrug das Finanzloch der Pensionkasse 340 Millionen Franken. Der vom Parlament geforderte Primatwechsel sorgte für rote Köpfe. Ende der Legislatur ist die Sanierung der Pensionskasse in Kraft und ein grossartiger Kompromiss zum Primatwechsel gefunden», freute sich Schmidt.

Mit der Vorlage ist laut Schmidt unter anderem ein Kompromiss in Bezug auf die finanzielle Tragbarkeit für die Arbeitgeberin und in Bezug auf die Besitzstände der Mitarbeitenden. Die Leistungen für Mitarbeitende mit tieferen Einkommen werden besser. Für Mitarbeitende mit höheren Einkommen bleibt das Leistungsniveau erhalten.

Beim Beitragsprimat werden die Auszahlungen aufgrund der effektiv einbezahlten Beträge berechnet. Das angehäufte Altersguthaben wird bei der Pensionierung mit einem Umwandlungssatz in eine lebenslange Rente umgewandelt.

Beim Leistungsprimat erfolgt die Berechnung der Altersleistung aufgrund des versicherten Lohns. Entscheidend ist dabei nicht, wie viel Alterskapital der Versicherte angespart hat, sondern wie hoch sein letzter versicherter Lohn war.

Durch den Wechsel zum Beitragprimat entfällt die Solidarität zwischen jungen Mitarbeitenden und älteren. Letztere erreichen dadurch das bisherige Leistungsziel nicht mehr - obwohl ihre Generation damals die älteren Mitarbeitenden unterstützte.

Die Stadt und die angeschlossenen Betreibe sollen dieses Manko mit einer einmaligen Übergangseinlage von 68 Millionen Franken aufgefangen. Der städtische Anteil von 40,5 Millionen Franken ist durch den Rechnungsüberschuss 2015 bereits vorfinanziert.

Das Stadtparlament wird voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres über die Vorlage befinden und auch entscheiden, ob sie freiwillig dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird. Der Primatwechsel soll Anfang 2019 in Kraft treten.

SDA/mb

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