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Personal schlägt Alarm

Überlastetes Pflegepersonal, Behandlungsfehler bei Bewohnern – im städtischen Betagtenheim Ried in Biel sollen fatale Zustände herrschen.

Im Bieler Betagtenheim Ried soll es Pflegefehler geben.
Im Bieler Betagtenheim Ried soll es Pflegefehler geben.
Peter Samuel Jaggi

Das kantonale Alters- und Behindertenamt hat Anfang Monat alarmierende Informationen aus dem Betagtenheim Ried erhalten: Angestellte sprechen von ­fatalen Zuständen, die dort herrschen sollen. Wegen des andauernden Personalmangels seien die Pflegenden am Anschlag, eine sichere Versorgung der Bewohner sei nicht mehr gewährleistet, weil zu wenig ausgebildetes Fachpersonal vorhanden sei.

Mehrere ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des Heims, das zu den städtischen Betagtenheimen gehört, haben sich mit dieser Zeitung in Verbindung gesetzt. Sie kritisieren die Heimleitung scharf und werfen ihr Inkompetenz und Ignoranz vor. So sollen die Menschen mit Demenz auf den geschlossenen Abteilungen «schlimmer als im Gefängnis» leben.

In der Meldung an das Amt schreibt eine Person aus dem Heim: «Aufgrund der Ignoranz der Heimleitung und der Pflegedienstleitung kommt es zu fatalen Pflege- und Behandlungsfehlern.» Verursacht seien diese Fehler durch Fachangestellte ­Gesundheit, «die völlig mit der Komplexität, der Morbidität und den chronischen Krankheiten unserer Bewohner überfordert sind».

Und weiter: Die permanente Unterbesetzung mit diplomierten Pflegefachpersonen und die andauernde Kompensation der Pflegearbeit mit Praktikanten und Lernenden führten weiter zu einer «dramatischen Versorgungslage der Bewohner».

«Keine Missstände»

Emanuel Amrein, Direktions­sekretär bei der zuständigen Direktion Bildung, Kultur und Sport der Stadt Biel, bestreitet die Vorwürfe. Es gebe keinen Anlass oder keine Hinweise, die auf die geschilderten Vorkommnisse und Missstände hindeuteten, schreibt Amrein in seiner Stellungnahme.

Der Abteilungsleiter Städtische Betagtenheime ad interim habe «mögliche Schwachstellen bei der Organisation der Pflege» ausgemacht. Diese würden zusammen mit der Heim- und der Pflegedienstleitung überprüft, schreibt Amrein weiter und verweist auf eine schriftliche Befragung vom letzten Februar bei Bewohnern und Angehörigen, die im Betagtenheim Ried positiv ausgefallen sei.

Auch eine Mitarbeiterumfrage vom letzten Jahr habe keine Hinweise auf die beschriebenen Missstände ergeben. Dennoch weiss die Abteilungsleitung laut Amrein von «Beanstandungen und Kritik von einzelnen Mitarbeitern». Diese würden geprüft. Von der Anzeige an die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion habe man Kenntnis, man habe diese jedoch noch nicht erhalten und könne sich daher nicht dazu äussern.

Von Pflege- und Behandlungsfehlern will Amrein nichts wissen. «Da wir keine Missstände ausmachen, gibt es auch keine Verursacher», schreibt Amrein, «zur geäusserten Kritik an Einzelpersonen nehmen wir keine Stellung.»

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