Petition für die orange Fassade

Biel

Eine Hausfassade in grellem Orange hält die Stadt Biel und den Kanton auf Trab: Die SVP Biel hat nun eine Petition eingereicht, um zu verhindern, dass der Hauseigentümer die Wand überstreichen muss.

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Stephanie Jungo

Der seit Wochen lodernde Streit rund um eine orangefarbene Hausfassade in Biel ist um eine Episode reicher: Die SVP Biel reichte am Freitag eine Petition bei der Stadtkanzlei ein, um das Haus in strahlendem Orange zu erhalten. Damit soll der Entscheid von Stadt und Kanton, wonach der Hauseigentümer die bunte Fassade überstreichen muss, rückgängig gemacht werden.

30'000 Franken

Angefangen hat alles im August 2014. Inspiriert von bunten Häuschen in Norwegen, hat Willy Zysset seine verwitterte Fassade in einem leuchtenden Orange gestrichen. Sehr zum Missfallen der Stadt Biel. Sie forderte den Rentner kurzerhand auf, die Wände wieder in einer dezenteren Farbe zu streichen. Das grelle Orange war der Stadt zu bunt. Zysset, der fast 30'000 Franken in die Farbe investiert hatte, liess dies nicht auf sich sitzen und legte beim Kanton Beschwerde ein.

Mit einem 14-seitigen Bericht stützte die Berner Baudirektion jedoch den Entscheid der Stadt. Konsterniert kündigte Zysset an, dass er wohl oder übel dem Entscheid Folge leisten werde. Denn Geld für einen Weiterzug des Falls habe er nicht. Es schien das Ende der Geschichte zu sein.

Anwalt und Petition

Das Vorgehen von Stadt und Kanton rief jedoch die Bieler SVP auf den Plan. Sie vermittelte dem Hauseigentümer einen Anwalt – seines Zeichens SVP-Grossrat Patrick Freudinger (Langenthal). Nun geht der Fall vor das Verwaltungsgericht. Und damit noch nicht genug: Innerhalb eines ­Monats hat die SVP über 4000 Unterschriften für das bunte Haus gesammelt.

Die Partei erhofft sich dadurch, dass die städtischen und die kantonalen Behörden doch noch zur Vernunft kommen, wie sie mitteilt. Besonders stossend für die SVP: Mit dem neuen Prix Engagement wolle Biel Hauseigentümer belohnen, welche ihre Liegenschaften unterhalten und damit zu einem schönen Stadtbild beitragen. Mit dem Vorgehen gegen Rentner Zysset würden alle Bemühungen in diese Richtung untergraben.

Bei der Stadt zeigt man sich indes wenig beeindruckt von der Petition. «Der Gemeinderat wird nach den Herbstferien entscheiden, wie er vorgehen will», sagt Vizestadtschreiber Julien Steiner.

Berner Zeitung

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