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Posts haben rechtliches Nachspiel

Die Staatsanwaltschaft hat drei Personen ­verurteilt, die auf sozialen Netzwerken einen Freiburger Grossrat angegriffen hatten. Es ging um vergiftete Wildtiere.

Kraftausdrücke und Drohungen: Drei Personen wurden verurteilt, nachdem sie online einen SVP-Grossrat beleidigt hatten.
Kraftausdrücke und Drohungen: Drei Personen wurden verurteilt, nachdem sie online einen SVP-Grossrat beleidigt hatten.
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In der Nähe des Restaurants des Freiburger SVP-Grossrats Roger Schuwey im Fang waren im Juni 2017 mehrere vergiftete Wildtiere, darunter ein Wolf, entdeckt worden. Die Strafuntersuchung konzentrierte sich auf den Grossrat, unter anderem weil bei ihm zu Hause Gift gefunden worden war. Der Verdacht gegen Schuwey liess sich jedoch nicht erhärten: Die Untersuchung wird wohl mangels Beweisen eingestellt.

Doch für Drittpersonen hat die Geschichte ein juristisches Nachspiel: Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat drei Personen verurteilt, weil sie Schuwey nach Bekanntwerden der Vorfälle letztes Jahr über die sozialen Medien verunglimpft hatten.

Zwei Frauen beschuldigten auf ihren Facebook-Profilen Schuwey der Tat und deckten ihn mit Kraftausdrücken ein. Und ein Mann schrieb auf seinem Facebook-Profil, es sei Zeit, «eine Nacht der langen Messer» zu organisieren.

Auf der Facebook-Seite von «Le Temps» schrieb er gar, man dürfe nicht erstaunt sein, wenn solche Personen «eines Tages an einem Baum hängen». Und auf der Facebook-Seite von «La Liberté» fragte er, warum man noch zuwarte «mit dem Vergiften von SVP-Politikern».

Für die Posts wurden die Frauen wegen Beleidigung zu einer Busse von 300 Franken, einer Entschädigung an Schuwey sowie zehn Tagessätzen à 50 Franken, bedingt auf zwei Jahre, verurteilt. Der Mann wurde wegen Beleidigung, Verleumdung und versuchter Drohung ebenfalls zu einer Busse, einer Entschädigung sowie 25 Tagessätzen à 10 Franken, bedingt auf drei Jahre, verurteilt.

Gemäss Aussagen des Anwalts Nicolas Kolly gegenüber der Zeitung «La Liberté» wurde im Kanton Neuenburg eine vierte Person wegen ähnlicher Posts verurteilt. Laut Kolly hätten rund 50 weitere Posts eingeklagt werden können.

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